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Das Titelfoto…
…zeigt so viele Opel Motoclub, wie vermutlich seit den zwanziger Jahren nicht mehr an einer Stelle gemeinsam zu sehen gewesen sind. Stuntman Ben de Wilde ist auf eine
eigens herangefahrene Blitz Feuerwehr geklettert und ich habe unsere Motoclub-Fraktiongebändigt. A Moadsgaudi!

Außerdem in Heft 243:  

Report:

Lichter – an!

von Stefan Heins


Besuch im Automuseum Shanghai
von Norbert Kaiping



Technik:

Relais-Adapter für Alt-Opel
von Hans Proenen


Restaurierung Corsa B, Teil 3

von Rolf Neumann



Historie:

Opel und Frankreich

von Thomas Fischer


Aus Opel wurde NSU

von Detlev Ilchmann

 

 

Auf die Homepage übernommene Themen:       


Tage des Donners... Und des donnernden Beifalls

Impressionen vom 46 internationalen Jahrestreffen in Eggenfelden

Stefan Heins *1662


Kaufberatung Omega B

Eberhard Rink *1261, Jan Vetter *2000, Martin Siemann *2907

Opel Super 6, Teil 2: Buhne
Stefan Heins *1662


 

 

Tage des Donners…

…und des donnernden Beifalls

Impressionen vom 46. Internationalen Jahrestreffen in Eggenfelden

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Das Team auf der Treppe – auf der Bühne war nicht genug Platz für das Gruppenbild



Der DfB-Pokal hat seine eigenen Gesetze. Manchmal gewinnt der Außenseiter. Nun führen wir in der ALT-OPEL IG keinen Wettbewerb, sondern ein familiäres Miteinander. Dennoch kommt es vor, dass (vermeintliche) Außenseiter unerwartet im Mittelpunkt stehen. Für unser famoses Jahrestreffen in Eggenfelden, organisiert von Alain und Philippe Camus, gilt das gleich doppelt. Sowohl die Opel Motoclub als auch die Bitter CD und SC waren in Rekordzahl vertreten. Und am Ende gab es Szenen, die hätten alle vier Beatles auf einmal nicht wilder hinbekommen.

Mittwoch, 24.05.

Das fängt ja gut an. Die Warnleuchte sagt, der Lichtmaschine fehlt was. Sichtkontrolle, Antriebsriemen in Ordnung, Stecker fest drauf. Zündung an, Warnleuchte aus. Und los. Auf der Autobahn viel Schwerverkehr, links und rechts davon viele Windräder, Oldtimer kaum zu sehen. Wir überholen einen Kadett Aero, einen Pontiac Parisienne und ein Porsche 911 RS überholt uns. Dabei war die Techno Classica gerade erst.

Der in Nordrhein-Westfalen erfundene Flüsterasphalt wird in Bayern sogar verbaut und sobald man den Freistaat erreicht, herrscht verblüffende Ruhe im Auto. Überhaupt Bayern. Rast bei Fürth, Schweinsbraten in Dunkelbiersauce, Ausblick auf die Zentrale der Simba Dickie Group. Märklin, LGB, Scalextric und nicht zuletzt das Bobbycar, der Alptraum aller Mieter mit Stockwerk darüber und der allerliebsten Kleinfamilie, dem Traum der Kommunalpolitik. Die Donau mäandert unter der Autobahn hindurch. Die Landstraße führt dann über Dingolfing, bis vor 50 Jahren Heimat des Automobilherstellers Glas, der vom Goggo bis zum Achtzylinder den gesamten Markt abzudecken versucht hat und daran gescheitert ist. Geblieben sind die Erfindung des Zahnriemens und das Werk, in dem heute der Fünfer BMW gebaut wird.

Das Hotel in Gangkofen liegt am Markt. In Niederbayern gibt es nicht einfach das Dorf, sondern den Marktflecken, das Dorf oder den Weiler. Oft genug hat die Bauernschaft einen eigenen Namen, sogar eine eigene Postleitzahl. Schlepper, die woanders als Oldtimer betüdelt werden, laufen hier einfach im Alltag. Fossile Eicher, Schlüter und Steyr stehen an jeder Straßenecke. Und in Gangkofen mochten sie keinen Flüsterasphalt verwenden, sondern Kopfsteinpflaster. Der daraus resultierende Radau animiert die Dorfjugend, so richtig Gas zu geben. Auch Vieh-, Baustoff und andere Transporte sorgen für Stimmung insbesondere frühmorgens.


Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Die Motoclub-Familie
am Start zur Ausfahrt

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Operation an der offenen
Bremstrommel

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Stilvolle Begrüßung: Ein Blitz

1,75-Tonner-Pritschenwagen mit

Olympia auf der Ladefläche

hat ankommenden

Teilnehmern den Weg

gewiesen (hinten im Bild)

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Sieben auf einen Streich –
tatsächlich waren es 15 Bitter!


Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017
Auch die Heckgestaltung des
Bitter CD überzeugt noch heute









Donnerstag, 25.05.17


Der Morgenspaziergang sorgt für die erste Überraschung. Vor dem Opel-Autohaus Gallersdörfer steht ein Monza, dessen Karosserie instandgesetzt wird. Radläufe hinten durch, sonst guter Zustand. Einige Schritte weiter eine zweite Ausstellungshalle – die eine fantastische Oldtimersammlung beherbergt! Kadett B Rallye, C Coupé GTE, GT, Kapitän 2,6, Calibra Turbo – alle in bester Verfassung. Leider geschlossen, Feiertag. Ein Glas V8 schnürt vorbei. Doch, die Gegend scheint sich für ein Jahrestreffen wunderbar zu eignen.

In Eggenfelden begrüßt Veranstalter Alain Camus die Teilnehmer persönlich. Der von Bäumen umgebene, komplett asphaltierte Platz grenzt an die Festhalle und eine zweite, kleinere Halle, in der die Gastronomie für Verpflegung und gute Laune sorgt. Überhaupt wirken Ordner und Servicepersonal stets souverän und Zeit für ein Schwätzchen haben alle. Gleich hinter der kleinen Halle der Campingplatz. Idealbedingungen.

Jedes Treffen hat seine dominierenden Modellreihen. Dieses Mal sind Kapitän P und P 2.6 besonders stark vertreten, aber auch der Commodore A insbesondere in der Coupé-Version. Auffällig viele Teilnehmer kommen aus Österreich und der Schweiz. Dass bei diesem Treffen gleich zwei Rekorde aufgestellt werden sollen, deutet sich bereits an. Da aber am Donnerstag nichts weiter auf dem Programm steht, starten Gisela Jahn, Erich Bitter, Matthias Göbel (aus Dortmund) und ich nach Salzburg. 

Auf sehr gut ausgebauten Straßen mit vielen Ortsumgehungen passieren wir Ortschaften mit wunderlichen Namen wie Wurmannsquick oder Tittmonig. In Salzburg erwartet uns eine hässliche Einfallstraße mit Matratzen- und Sonderpostenmärkten, Glitzifunkel-Gebrauchtwagenhändlern und Duschbadausstellungen. Sehr viel Verkehr quält sich vorbei am Duschkopf Amazonas Deluxe und der Küche zum Meterpreis.

Das Parkhaus Mönchsberggarage wurde zwischen 1974 und 1975 in den Fels getrieben. Es bietet 1.470 Parkplätze und erinnert an ein Grotto. Darunter wird im Tessin ein

Landgasthof verstanden, der ursprünglich in einer als Kühlschrank genutzten Höhle beheimatet war. Deutlich kühler als die Umgebung und spürbar feuchter, doch der Besucher möchte lieber nicht wissen, wie es vor der Eröffnung dieses erstaunlichen Parkhauses in der von schroffen Felswänden umgebenen Stadt bei der Parkplatzsuche zugegangen sein wird.

Wir treten hinaus ins Licht und werden sofort vom Zauber der Stadt gefangengenommen. Schon Kelten und Römer haben hier gesiedelt. Geprägt wird Salzburg, über Jahrhunderte der Zankapfel schlechthin zwischen den Bayern und den Habsburgern, jedoch von der einzigartigen Kultur. Die

Geburtsstadt Mozarts wirkt durchaus mediterran. Tipp für die Typgruppe Ehefrauen: In der Getreidegasse reiht sich ein inhabergeführtes Geschäft an das andere. Die üblichen Ketten haben sich natürlich auch hier breitgemacht, sie beherrschen den Handel aber nicht.

Was dröhnt denn da? Weshalb die Absperrung an der Salzach? Einige Schritte weiter die Erklärung für das enorme Verkehrsaufkommen: Der Gleichmäßigkeitslauf des Gaisbergrennes wird in der Stadt ausgetragen. Von Austro Daimler bis Zagato gibt es die unglaublichsten Geräte in Aktion zu sehen. Auf dem Domplatz der Parc fermé, Menschenmassen, ein Stenz, wie es sie nur in Österreich gibt, fotografiert für die Kronenzeitung und flucht über korpulente Herrschaften, die ihm ins Bild laufen.

Dann ein rührender Moment. Erich Bitter entdeckt Hans-Peter Porsche, Enkel von Ferdinand Porsche, Ex-Rennfahrer, Ex-Entwicklungschef bei Porsche und inzwischen Betreiber des TraumWerks, einer in Anger bei Bad Reichenhall beheimateten Erlebniswelt. Die Bezeichnung Spielzeugmuseum würde dem ambitionierten Konzept nicht gerecht. Vor 25 Jahren haben sich die beiden früheren Rivalen der Rennstrecke zuletzt gesehen.

Zurück in Eggenfelden. Der Platz hat sich deutlich gefüllt und wir bekommen eine erste Ahnung der hohen Beteiligung. Gut 430 ALT-OPEL aus zehn Nationen sollen es schließlich werden, eine enorme Zahl, zumal angesichts der hohen Entfernungen, die viele Teilnehmer auf sich genommen haben. Der Silbernagel Hans hat sein Kapitän ´51 Autenrieth Cabriolet fertig. Nach zehn Jahren und ziemlich vielen sakra. Die Karosseriearbeit war ein Drama, doch das Ergebnis beeindruckt ebenso wie der exzellente Zustand der Mechanik. Jüngere Leser werden sich jetzt die Augen reiben: Wird ein Kapitän ´51 perfekt restauriert, läuft der Motor so leise, dass sich das Klacken der Unterbrecherkontakte vernehmen lässt.

Einige Meter weiter hat der eingangs erwähnte Opel-Händler und –Sammler Albert Gallersdörfer einige wilde Kadetten ausgestellt. Im Rallyetrimm sehen die Geräte schon im Stand sauschnell aus. 1945 hat der Vater den Betrieb gegründet und die motorsportlichen Ambitionen seines Sprösslings rigoros unterbunden. „Für so etwas haben wir keine Zeit“ Doch jetzt sei die Zeit, schmunzelt Albert Gallersdörfer.

Eine Motoclub donnert vorbei. Eine Prophezeiung.

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Reinhard Wiens und sein
„Renntaxi“ waren ständig
im Einsatz. Auch Veranstalter
Alain Camus fährt eine Runde mit

Hans-Peter Porsche und Erich Bitter

Überraschendes Zusammen-

treffen in Salzburg:

Erich Bitter
und Hans-Peter Porsche

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Verschlossener Typ – der

Admiral A vom Böhm Harry…

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017
…wird von Gerrit de
Koning „geknackt“
Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017
Manfred Bartz bereitet
den Eingriff vor
Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Einige zarte Züge mit der
Schlüsselfeile und schon sind
die Zündkontakte sauber.
Im weiteren Verlauf des Treffens
lief der 4 PS astrein

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Olympia Rekord ´57 und Kapitän P 2,6 –

nur ein paar Jahre auseinander

und doch grundverschieden gestaltet















Freitag, 26.05.17

Als Philippe Camus mir von der Idee erzählt hat, zum ersten Mal ein Motoclub-Treffen im Rahmen des Jahrestreffens auszurichten, war ich skeptisch. Na gut, nehmen wir mal eine Seite für die Einladung ins Heft, schaden kann es nicht, und dann lass da mal drei statt der üblichen zwei Motoclub auftauchen.

Wie man sich doch irren kann. Als wir das Titelfoto aufgenommen haben, stehen acht Motoclub beisammen. Vom restaurierten Neuzustand bis zum gründlich patinierten Original alles dabei. Und die Fahrer, viele haben kaum jemals einen anderen zu Gesicht bekommen, auf Anhieb dicke Freunde. Rührende Szenen spielen sich ab. Ben de Wilde klettert auf einen eigens herbeigeschafften Feuerwehr-Blitz, der Redakteur geht den Protagonisten derweil auf die Nerven. Bitte alle Vorderräder anwinkeln, alle! Und bitte alle die Hand an den Lenker und den Fotografen anschauen! Und nicht so ernst, wir sind doch zum Spaß hier! Durchaus ungeduldig lässt das Motorradrudel die Fotoprozedur über sich ergehen, um dann loszubollern zur spontanen Ausfahrt.

Auf dem Campingplatz spielen sich derweil die kleinen Dramen ab, die für das Salz in der Suppe eines jeden Jahrestreffens sorgen. Der Böhm Harry aus Österreich hat seinen schönen Admiral A zum ersten Mal ausgeführt und befasst sich mit den Kinderkrankheiten. Der Tank sabbert, es wird die Dichtung des Tankanzeigengebers sein. Schlimmer noch: Die Türen des Marine-Dienstgrades verweigern. Heute geschlossen! Ich probiere es mit dem Briefkastenschlüssel. Leider nicht lang genug. Gerrit de Koning, seit Jahren im Autohaus van Vliet am Werk, schafft es schließlich mit dem Originalschlüssel und viel Gefühl. Oben muss es passen, erläutert er. Wieder was gelernt. Einen Kapitän ´50 hat der Böhm Harry auch noch, oder drei Viertel davon. Irgendwann…

Einige Meter weiter verweigert der schöne 4 PS mit Tourer-Aufbau von Kühn. Manfred Bartz tippt auf die Schwimmer und baut den Messingvergaser ab. Daneben. Kerzen raus. Bisschen rußig, aber nicht nass. Kerzen wieder mit den Steckern verbinden, Anlassknopf betätigen. Kein Funke. Wir kommen der Sache näher. Kabel der Zündspule? Wieder daneben. Also Verteilerkappe runter. Kontakte verkokt. Lappen, Schlüsselfeile. Für solche Fälle führt der Redakteur stets eine Packung Kippen mit. Die Pappe misst 0,4 Millimeter und damit bekommt man jeden Vierzylinder ans Laufen. Aber der Kontaktabstand stimmt und wir setzen die Kappe wieder auf. Ich darf den Anlasser betätigen. Der Laubfroschmotor springt sofort an. Erhebend! Und was geht schon über eine kleine Schrauberei beim Treffen?

Vielleicht eine Fahrt im „Renntaxi“. Reinhard Wiens dreht eine Runde nach der anderen auf und nicht etwa im Doktorwagen. Die Mitglieder stehen Schlange. Von wegen, niemand interessiert sich für Messingautos!

Volles Haus dann beim Typgruppenabend, oder auch: voller Vorplatz. Es wird jeden Tag wärmer und diesen Abend verbringen die meisten Mitglieder lieber draußen als drinnen. Wo es dunkel zu sein scheint. „Wo seid´s untergebracht“, fragt die ebenso aufmerksame wie lustige Kellnerin. Gangkofen. Da stemmt die Dame die Fäuste in die Taille und brummt: „Typisch! Immer schnappen die uns die feschen jungen Männer weg!“ Weder noch, aber höflich sind´s die Leut im Bayerischen.


Samstag, 27.05.17, Tag

Damenprogramm! Drei klassische Busse mit Aufbauten von Neoplan, darunter ein Blitz mit Herrn Auwärter selbst am Volant, machen sich auf den Weg zum Chiemsee. Matthias Goebel (aus Lauffen) und ich wählen den großen Doppeldecker-Panoramabus, Baujahr 1965. Als Reiseleiter fungiert Norbert Minner, dem für die exzellente Vorbereitung ein Extralob gebührt – und der später am Tag noch so richtig zu tun bekommen wird, denn auch die beste Vorbereitung kann Pannen nicht vollständig verhindern. Der Bus hat im Erdgeschosse einstellbare Luftdüsen und oben einmal Belüftungsklappen im Dach und dann noch kleine Schiebefenster an den Seiten. Obwohl es am Samstag nicht mehr bloß warm ist, sondern brütend heiß, wird es nur in engen Ortsdurchfahrten mollig im Neoplan. Der Fahrer bewegt das Ungetüm sicher durch die engen Straßen um den See herum. Ein Mikrofon gibt es nicht, Norbert instruiert die Teilnehmer in Gruppen und hat auch Zeichnungen für jeden Teilnehmer dabei. Steigungen, die man im Commodore kaum wahrnehmen würde, erfordern hier immer wieder das Zurückschalten mit Zwischengas. Ursprünglich lief der 1965 gebaute Neoplan DO 836 in Berlin und seine Beliebtheit resultierte auch daraus, dass man vom Obergeschoss aus über die Mauer blicken konnte. 132 PS aus gut sechs Litern, das liest sich stramm, aber sie haben mehr als neun Meter Bus zu bewegen und so bleibt das Reisetempo im zweistelligen Bereich. Der Neoplan SH 30 von 1956 mit 116 PS und der Blitz 1,5C von 1949 mit 55 PS halten gut mit. Werden die Busse nicht für Reisegruppen oder Hochzeiten eingesetzt, können sie im Auwärter-Museum besichtigt werden. Details hier: http://www.konrad-auwaerter.de/

In Gstad geht es klassisch weiter. 1927 wurde der Salon-Raddampfer Ludwig Fessler vor Ort zusammengebaut und in Betrieb genommen. 1972 erfolgte die Umrüstung vom Kohlen- auf den Dieselantrieb und damit bewegt sich der alte Dampfer erstaunlich forsch über den malerischen See.

Auf der Insel Herrenchiemsee besichtigen wir das riesige Schloss Herrenchiemsee. Zu Fuß geht es zunächst durch offene Landschaft, dann durch einen Wald – und schließlich stehen wir vor dem Schlosspark mit seinen Wasserspielen und dem Schloss, das „in echt“ noch viel größer wirkt als auf Fotos. Der größte Saal bringt es auf 100 Meter Breite. Ab 1878 begann der Architekt Georg Dollmann im Auftrag von König Ludwig II mit dem Bau, fertig wurde das Schloss aber nie. Nachdem der Kini, wie der in Bayern bis heute liebevoll genannt wird, 1886 unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen ums Leben kam, wurde der weitere Ausbau des Schlosses eingestellt.

Ludwig II war ein Technikliebhaber. Die Kronleuchter, gefertigt aus Bronze oder Meißner Porzellan, bringen es teils auf eine halbe Tonne Gewicht und sie lassen sich absenken. Für das Anzünden der Kerzen im großen Saal haben dreißig Diener eine Viertelstunde gebraucht. Sechs Gänge pflegte der Kini zu essen und das allein. Unter dem Speisesaal wurde ihm das Mahl vorbereitet und mit einem mechanisch betriebenen Lift nach oben gekurbelt. In beinahe jedem der reich verzierten Räume steht eine Uhr. Eine zeigt sogar den Lauf der Planeten an!

Nach dieser beeindruckenden Besichtigung sind wir alle ein wenig benommen und so mag sich erklären, dass Norbert Minner auf 51 Teilnehmer kommt. 53 waren gestartet. Fehlen zwei. Und jetzt? Konrad Auwärter hat sich mit dem Blitz längst auf den Rückweg gemacht. 90 Teilnehmer hatten sich angemeldet, doch für 53 reichen zwei Busse auch. Hektisches Telefonieren. Die beiden Pechvögel haben die falsche Fähre erwischt und befinden sich auf einer Insel. Wir legen einen außerplanmäßigen Zwischenstopp ein, lassen Teilnehmer in den DO 836 umsteigen und der SH 30 macht kehrt. Norbert bugsiert die beiden Versprengten weiter telefonisch nach Gstad. Nachdem schon der heillos überfüllte Raddampfer bald eine Viertelstunde beim Zwischenstopp auf der Fraueninsel verloren hat, erreichen wir den Festabend in letzter Minute.

Für Interessierte: Die Insel bietet neben dem Schloss herrliche, urwüchsige Landschaften und wer die Augen offenhält, kann sogar blühende Knabenkräuter entdecken. 15 von 20 in Bayern nachgewiesene Fledermausarten zeugen von intakter, reichhaltiger Natur, der die Menschenmassen augenscheinlich nichts ausmachen. Die Wirtschaft am Alten Schloss serviert lokale Spezialitäten zu moderaten Preisen. Und der Kini, dem zeitlebens Verschwendungssucht vorgehalten worden ist, hat Recht behalten – der Freistaat dreht enorme Umsätze mit seinem prächtigen Schloss.

http://www.herrenchiemsee.de/

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

„Berolina“ ist keineswegs nur

eine Bezeichnung. Der Neoplan-

Doppeldecker lief tatsächlich

als Sightseeing-Bus in

Westberlin –
Blick über die Mauer inklusive

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Für das Entern des Obergeschosses
wurde eigens eine zweiflügelige
Hecktür vorgesehen

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Norbert Minner sagt wo es langgeht


Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017
Den Blitzbus pilotiert
Konrad Auwärter selbst
Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Alpenpanorama am Chiemsee

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Salon-Raddampfer, Jahrgang 1927
und immer noch täglich im Einsatz

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017
Schloss Herrenchiemsee
Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Souverän und humorvoll –
die Helfer beim Treffen

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Auge um Auge – Rekord P2

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Durchblick – der P2 war

der zweite Mittelklasse-

Opel nach dem Krieg mit
vier Türen

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Auch schön – Omega B

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Noch´n Rekord – 25 Panorama-
Kapitäne hat der Pirker Werner
gezählt

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

83 – na und? Erich Bitter hat es sich
nicht nehmen lassen, am Freitag
und am Samstag den ganzen Tag
in der sengenden Sonne den
Fans Rede und Antwort zu stehen.
Links Partnerin Gisela Jahn,
dahinter der Mokka X by Bitter

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Woanders Oldtimer, in Niederbayern
Arbeitstier – ein alter Eicher-Schlepper
besucht die Panorama-Kapitäne

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Wie jetzt? Ines und Thorsten Kandora

haben auch die angesichts des
vollsonnigen Wetters dringend
benötigten Käppis im Angebot

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Montage des Teilnehmerschildes
am Rekord A

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Familienfeier – dieses Mal waren
auffällig
viele Kinder dabei.
So soll das auch sein!











































Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Zwei Motoclub im Stand…

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

…und unterwegs

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Nachwuchskraft









































Samstag, 27.05., Abend

In Räuberzivil und durchgeschwitzt entern Beirat Controlling und Redakteur die bereits gut gefüllte Festhalle. Philippe Camus eröffnet den Abend. Auf ihn folgt Clubvorstand Heiner Schnorrenberg. Uwe Mertin von Opel Classic stellt klar, dass bei Opel weiter mit Volldampf an aktuell sieben neuen Modellen gearbeitet wird und damit weitere Marktsegemente erobert werden sollen. Wie auch unsere Marke blicken die bislang unter dem PSA-Dach vereinten Fabrikate Peugeot, Citroen und DS auf eine große Historie zurück. Und dass Opel es versteht, einer woanders entwickelten Basisarchitektur die DNA der Marke einzupflanzen, wurde bereits mehrmals unter Beweis gestellt.

Dann betritt Erich Bitter die Bühne und hält eine ebenso knappe wie launige Rede. „Ich bin es wirklich, ich lebe noch, Rennen fahre ich aber nicht mehr.“ Über seine Mitgliedschaft in der ALT-OPEL IG: „Das ist selten, eigentlich meide ich Vereine. Und gehe nur hin, wo ich die Leute gut leiden kann.“

Das beruht auf Gegenseitigkeit. Insgesamt 14 Bitter CD und SC sind beim Treffen zu sehen, so viele wie noch nie.

Samstag, 27.05., fortgeschrittener Abend

Aus der Perspektive des Publikums auf der rechten Seite neben der Bühne öffnet sich eine zweiflügelige Tür, durch die ein Auto passt. Doch was hereinkommt, ist nicht irgendein Auto, sondern ein bildschöner Opel GT. Und auch nicht irgendein GT, sondern – der GT des ehemaligen Rallyeweltmeisters Walter Röhrl.

196 cm Röhrl falten sich aus dem Auto und betreten die Bühne. Nach einem kurzen Moment der Fassungslosigkeit berappeln sich die Mitglieder und spenden einen ersten donnernden Applaus. Dem vermutlich besten Autofahrer aller Zeiten – für diese Ansage wird er mir nach dem Korrekturlesen was erzählen, aber ich bleibe dabei – ist anzumerken, dass auch heftige Blitzlichtgewitter ihn nicht mehr aus der Ruhe bringen. Später schreibt die Passauer Neue Presse: „Umjubelt wie ein Popstar: Walter Röhrl beim Opel-Treffen.“ Treffend beschrieben. Lebten wir im Zeitalter der Beatles, wären einige Damen in Ohnmacht gefallen.

Heiner Schnorrenberg, bestens vorbereitet und blendend aufgelegt, beginnt das Verhör. Wann ist der Kontakt zu Opel entstanden? (Anmerkung: Walter Röhrl redet so schnell wie er fährt und alles konnte ich nicht mitschreiben.) „1972 war das. Irmscher hat mich angesprochen und gesagt, das von GM verhängte Rennsport-Verbot umgehen wir schon. 1973 haben wir alle Rallyes in der EM gewonnen. Dann kam die Ölkrise, die letzte Veranstaltung wurde gestrichen und deshalb wurden wir nur Zweiter. 1974 hat es für den EM-Titel gereicht. Die WM gab es damals noch nicht. 1975 gewann ich meinen ersten WM-Lauf in Griechenland (Rallye Akropolis) auf dem Ascona A. Danach kam viel Pech mit dem Kadett. 1977 habe ich Opel verlassen, zur Saison 1982 bin ich zurückgekehrt und gewann die Weltmeisterschaft mit dem Ascona 400.“

Walter Röhrl sortiert seine Erinnerungen und ergänzt: „Die technische Entwicklung ging in diesen Jahren sehr schnell voran. 1974 hatten wir die ersten Querstrommotoren, 1975 konnte ich damit die Akropolis gegen die eigentlich überlegenen Stratos gewinnen.“ (Anm.: Der Lancia Stratos war im Gegensatz zu anderen Rallyefahrzeugen kein getuntes Serienauto, sondern eigens für den Rallyesport entwickelt. Ferrari-V6 vor der Hinterachse, kurzer Radstand, breite Spur, Front und Heck am Stück aufklappbar für schnellen Service. Schon der Gruppe 2 bringt einen Normal-Autofahrer selbst auf trockener Straße ans Limit. Einen Gruppe 5 beherrschen nur absolute Könner. Um so einen Apparat mit einem Kadett zu schlagen, Querstrom hin oder her, braucht es einen – Röhrl.)

Walter Röhrl über die tonangebenden Fahrer aus Skandinavien: „Autofahren konnten sie von Haus aus, trinken war das zweite große Hobby. Auch meine Disziplin und mein ständiges Konditionstraining haben damals eine Rolle gespielt.“

Was war das für eine Anekdote mit Michael Schumacher? „Für Porsche mache ich die Schlussabnahme. Einmal hatten wir am Nürburgring als Referenzfahrzeug einen Ferrari 599 dabei. Vor mir ein schwarzes Auto, schnell unterwegs. Entfernung etwa 500 Meter. Nach und nach herangerobbt und dann gesehen, das war auch ein 599. Am Galgenkopf bin ich innen vorbei. Um den Motor etwas abzukühlen, bin ich anschließend auf die Bundesstraße gefahren. Der andere hinterher. Wir sind dann angehalten und vor mir stand Michael Schumacher. ‚Du verrückter Hund musst mich auf einem Ferrari niedermachen‘.“

Neben dem Rallyesport hat es doch auch noch Einsätze auf der Rundstrecke gegeben? „1976 bin ich als Gastfahrer mit dem Kadett-GT/E im Markenpokal mitgefahren. Hinter dem Favoriten bin ich in die Fuchsröhre gestochen und er hat vor Schreck das Einlenken vergessen. Dann setzte starker Regen ein. Rennabbruch. Die letzte Runde war ich als Führender allein auf der Strecke. Als ich ins Ziel gekommen bin, standen der Zweite und der Dritte schon auf dem Treppchen.“

Wie sind Sie an den GT gekommen? „Der GT hat mir schon damals unheimlich gut gefallen, wenngleich er nie im Motorsport eingesetzt wurde. Einer meiner damaligen Mechaniker wurde 80 und erzählte mir bei seiner Feier, er habe vor 30 Jahren einen GT restauriert und fährt diesen seitdem. Leider mache ihm das Ein- und Aussteigen immer mehr Probleme und er würde ihn eventuell abgeben. Ich sagte sofort: „Der Käufer steht vor Dir.“

Gibt es noch weitere Kontakte zu Ehemaligen? „Natürlich. Als Rennfahrer bist Du nichts, wenn die Mechaniker nicht funktionieren. Ich pflege noch heute Freundschaften mit den damaligen Wegbegleitern.“

Selbst schrauben? „Zum Glück nicht, sonst wäre ich nicht mehr da.“

Die WM 1982, der Titel, wie konnte sich der Ascona gegen den Audi Quattro durchsetzen? „Vor allem durch die Zuverlässigkeit. Jeder wusste, wenn der Audi hält, hast Du keine Chance. Bei der Monte lag wenig Schnee und so konnten wir die erste Rallye der Saison gewinnen. Nur einen Ausfall hatten wir, in Portugal, da hat ein Mechaniker einen Fehler gemacht.“

Funktionswäschespezialist Heiner Schnorrenberg holt eine schwarze Opel-Jacke, Jahrgang 1981. Und erzählt, dass er wochenlang keine andere getragen hat, dafür diese aber auch mit stolzgeschwellter Brust. Weltmeister! Dann überreicht er Walter Röhrl den aktuellen Zuverlässigen (mit „Röhrl in Rüsselsheim!“) und eine Urkunde. Walter Röhrl bezieht unser Clubmagazin ab sofort regelmäßig und ich muss mir dann wohl Mühe geben.

Es folgt das obligatorische Gruppenbild mit dem Veranstaltungsteam, das seine Sache großartig gemacht hat. Wegen der mit den Musikgerätschaften der starken Kapelle vollgestellten Bühne dieses Mal auf der Treppe. Udo Feck dankt dem Team im Namen der Teilnehmer und es beginnt nicht etwa der gemütliche Teil, sondern ein Ansturm auf Walter Röhrl, der in der Tat an ein äußerst gelungenes Popkonzert erinnert.

Sehr gut gelungen sind auch viele andere Jahrestreffen, aber gleich drei Higlights auf einen Streich – das kann sich sehen lassen und Eggenfelden wird als Meilenstein in die Annalen der ALT-OPEL IG eingehen. Im Namen aller Teilnehmer ein riesiges Dankeschön an das Team um Alain und Philippe!

Nächstes Jahr sehen wir uns bei Heinz Dietz in Ebern, Unterfranken.

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017
Ein Opel GT. Aber nicht
irgendeiner, sondern…
Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

…der GT von Rallyeweltmeister Walter Röhrl,
dem auf diesem Bild von Heiner
Schnorrenberg der Zuverlässige
überreicht wird

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Und dann ging das los. Eine halbe
Stunde verbrachte Walter Röhrl in
einer Menschentraube und im
Blitzlichtgewitter

Walter Röhrl und Erich Bitter

Walter Röhrl und Erich Bitter

Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Signiert: der Manta 400
von Margit Karrer


Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017
Die aktiven und ehemaligen
Motorsportler in der ALT-OPEL IG
Alt Opel IG Jahrestreffen Eggenfelden 2017

Philippe und Alain Camus





































Text: Stefan Heins *1662

Fotos: Matthias Goebel *1152, Matthias Göbel *4352, Stefan Heins *1662, Ben de Wilde *1949

 

 

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Alt Opel IG - Opel Omega B LimousineOpel Omega B ´94, 1994-1999




Kaufberatung Opel Omega B

Der Opel Omega B war das letzte von Opel hergestellte Modell in der sogenannten Standardbauweise, Motor vorn, Antrieb hinten. Er wurde von April 1994 bis Juni 2003 hergestellt. Das erste milde Facelift gab es im September 1997. Das zweite Facelift war deutlich umfangreicher mit vielen Änderungen im Karosserie-/Innenraumbereich. Auch technisch wurde einiges verändert.

Der Omega B hat mittlerweile den Youngtimerstatus erreicht. Leider dienen besonders die gesuchten und sehr geräumigen Caravan Modelle oft nur noch als billige Lastesel.

Die Preise für Omega B Modelle liegen auf einem sehr niedrigen Level, besonders für die Limousinen. Diese sind oftmals in erheblich gepflegterem Zustand, auch deutlich günstiger als Kombi Modelle zu bekommen.Vom Omega B gab es auch zahlreiche Sondermodelle. Auf deren detaillierten Ausstattungsumfang werden wir in der Kaufberatung nicht eingehen. Wir empfehlen dazu die Internetseite: www.opel-infos.de

Zum Modellstart wurde der Omega mit 4 Benzinmotoren, davon 2 neu entwickelte V- Sechszylinder und 1 von BMW zugekaufter, sehr robuster Sechszylinder  Diesel angeboten. Der BMW Motor ist ein Reihensechszylinder, gut für mehrere 100.000 Kilometer. Leider erhält er heute nur die rote Umweltplakette.

Alt Opel IG - Opel Omega B Limousine und Caravan

Opel Omega B `94, MV/6,

Limousine und Caravan, 1994-1997

Karosserie


Grundsätzlich ist die Karosserie des Omega B wesentlich besser verarbeitet als beim Omega A. Die Karosseriestruktur ist wesentlich steifer, auch der Korrosionsschutz wurde erheblich verbessert.

Audi Niveau sollte man aber nicht erwarten. Mittlerweile ist der Omega B in die Jahre gekommen und es zeigt sich vermehrt Rost. Rostgefährdet sind die Türen an den Unterkanten. Aber auch unter den Fensterschachtleisten blüht es gerne. Um den Rostbefall unter der Fensterschachtleiste wirkungsvoll zu bekämpfen, muss diese demontiert werden. Nach der Demontage benötigt man diese Leisten neu, da die demontierten nicht mehr zu gebrauchen sind. Auch die Radläufe neigen mit den Jahren zum Rostbefall genau wie die vorderen Radkästen - an der Stelle wo sie mit den Längsträgern verschweißt sind. Auch tritt mitunter Rostbefall / Durchrostungen im hinteren Radhaus auf.

Beim Caravan rosten die Heckklappen im Bereich des Heckwischers. Durch eine fehlkonstruierte Kunststoffabdeckung wird der Lack beschädigt und der Rost schlägt erbarmungslos zu. Zudem rosten die Bereiche hinter den Hinterrädern, die sogenannten Seitentaschen. Bei den Modellen ab September 1999 verdeckt der hintere Stoßfänger diesen Bereich.


Türen

Ein häufiger Mangel bei Omega B Modellen ist ein abgerissenes Türhalteband an den vorderen Türen. Relativ leicht ist der Fehler zu beheben, wenn es an der A-Säule abgerissen ist. Es lässt sich meistens problemlos wieder anschweißen. Leider ist oft das Halteblech in der Türe selbst ausgerissen, was dann nur recht kostspielig mit einem Reparaturblech saniert werden kann.

Knackende Türhaltebänder sind beim Omega B normal. Der Mangel lässt sich nur temporär beheben. Der Kunststoffeinsatz im Türhalteband verschleißt innerhalb von 1-2 Jahren, ist aber noch problemlos lieferbar. Leider begleitet dieser Mangel alle Omega B vom 1. bis zum letzten Baujahr.

Auch die Motoren der Zentralverriegelung in den Türen neigen mitunter zu Defekten.

Zum Ausbau der Stellmotoren müssen die Türen teilweise zerlegt werden. Bei den Modellen mit Seitenairbag, ab Modelljahr 1998 (09/1997), muss der Halter des Aufschlagsensors ausgenietet werden. Es gibt 2 verschiedene Ausführungen bis Modelljahr 1995 und ab Modelljahr 1995 bis Produktionseinstellung. Der Unterschied liegt lediglich in der Ausführung der elektrischen Steckverbindung, erst rund dann eckig.

Desweiteren lösen sich gerne die Türverkleidungen an der Oberkante. Diese müssen dann ausgebaut werden und der Halter mit einem guten 2-Komponentenkleber wieder angeklebt werden. Gerne reißen auch die Entriegelungsgriffe des Handschuhfachdeckels ab. Das Handschuhfach lässt sich erst nach Demontage des Beifahrerairbags ausbauen


Ausstattung


Die Verarbeitungsqualität hat gegenüber dem Omega A-Modell deutlich gewonnen. Knarzende Verkleidungen, sprödes, billig wirkendes Plastik wurde nicht mehr verwendet.

Ein Rückschritt ist der beim Faceliftmodell B2 verwendete Softlack, der den Innenraum oft ranzig erscheinen lässt. Dieser Softlack ist von keiner guten Qualität und greift sich schnell ab. Auch von den Bedientasten der Mittelkonsole löst er sich und ein Omega-Unkundiger kann nicht mehr erkennen mit welcher Taste welche Funktion geschaltet werden kann.

Bei hohen Laufleistungen kann das Sitzgestell gebrochen sein oder die elektrische Sitzhöhenverstellung ist kaputt. Pixelfehler von Bordcomputer / Radio und Navigation kommen vor.

Bei Fahrzeugen mit Schiebedach gibt es häufiger Probleme mit der elektronischen Steuerung. Oft hilft nur ein Reset, um das Webasto Schiebedach zu schließen. Mitunter sorgt die Steuerung für unfreiwilliges selbstständiges Öffnen des Schiebedachs während der Fahrt. Dieses Problem ist aus eigener Erfahrung mit einem Omega B Caravan bekannt.

Auch die elektrischen Fensterheber neigen mit den Jahren zu Defekten, besonders an den hinteren Türen. Die Ersatzteile dafür sind exorbitant teuer, wenn überhaupt noch lieferbar.

Oftmals ist bei B2 Modellen der Aschenbecher defekt, lässt sich nicht mehr schließen. Der Aschenbecher von den B1 Modellen passt nicht, ging da aber auch nicht kaputt.

Bei der Besichtigung sollte man auch auf hakende Zündschlösser achten. Aktuell ist noch Ersatz lieferbar, Opel hat noch ca. 900 Stück.

Desweiteren gehen gerne die Außentemperaturfühler kaputt, was dann bei Fahrzeugen mit Klimaautomatik zum Ausfall der Heizung führt, es sei denn man stellt die Temperatur auf den höchsten Wert „high“. Auch die Steuerungen der Klimaautomatik haben oft Fehlfunktionen durch z.B. defekte Sensoren. Falls die Beleuchtung der Steuerung defekt ist, das betrifft Modelle bis 08/1999, unbedingt die richtigen Birnen verwenden, da ansonsten die Steuerung Schaden nehmen kann.

Alt Opel IG - Opel Omega B Limousine

Der 50millionste Opel, ein Omega,
läuft am 02.12.1999 in
Rüsselsheim vom Band

Alt Opel IG - Opel Omega B `99 Limousine

Opel Omega B `99,
1999-2003

Alt Opel IG - Opel Omega B `99 Caravan

Opel Omega B ´99, Caravan,
1999-2003

Fahrwerk

Bevorzugt bei Caravan Modellen mit hoher Laufleistung und Anhängerkupplung können gelegentlich die Hinterfedern brechen, ein Mangel den viele Automodelle unterschiedlichster Hersteller teilen.


Motoren

                                             

Alle Omega B Motoren sind recht standfest wobei es doch Unterschiede gibt die beachtet werden sollten. Sehr zuverlässig ist der 2 Liter 8-Ventiler mit 115 PS (C20NE) der aber nur bis 1998 angeboten wurde und besonders mit dem höheren Fahrzeuggewicht des Caravan sehr zu kämpfen hat. Hohe Laufleistungen sind garantiert, wobei ab 200tkm mit defekten Zylinderkopfdichtungen gerechnet werden muss.

Der am häufigsten verwendete Motor war der 2,0-16V, ab 09/1999 2,2-16V Motor, der mit dem Fahrzeuggewicht besser zurechtkommt, leider aber auch zu einer höheren Defektanfälligkeit neigt.

Ein regelmäßiger Zahnriemenwechsel ist bei beiden Motoren obligatorisch, er sollte alle 4 Jahre oder 60tkm incl. Spann-/ Umlenkrollen und Wasserpumpe erfolgen. Bei dieser Gelegenheit kann man auch gleich den Keilriemen mit erneuern.

Was beim 2,0-16V und 2,2-16V Motor am häufigsten kaputt geht ist der Auspuffkrümmer. Eine echte Fehlkonstruktion! Die Stehbolzen sind zu schwach dimensioniert und reißen durch die thermische Ausdehnung des Auspuffkrümmers ab. Der Krümmer selbst verzieht sich oder reißt. Leider lässt sich der Fehler nicht dauerhaft beseitigen. Das Problem kommt immer wieder, es gibt unterschiedliche Legierungen, zigmal veränderte Auspuffkrümmer, das Problem bleibt. Der hiesige Opel Service hat Auspuffkrümmer in einer Glüherei ausglühen lassen, leider mit begrenztem Erfolg. Auch gefahrene Krümmer zu planen hilft nicht dauerhaft. Es gibt auch dickere Auspuffkrümmerdichtungen, leider auch keine dauerhafte Hilfe. Für eine Auspuffkrümmer Reparatur sollte man ca. 500 € einplanen (4-Zylinder).

Vorsicht ist geboten, falls der Omega zur Besichtigung warmgefahren ist. Dann kann man oft den Auspuffkrümmerdefekt nicht mehr wahrnehmen. Opeltypisch sind die Auspuffanlagen alle ca. 3-4 Jahre zu ersetzen.

Defekte Zylinderkopfdichtungen kommen natürlich auch beim 2,0-16V und 2,2-16V Motor vor.

Beim 2,0-16V und 2,2-16V Motor sind zudem die Nockenwellensensoren anfällig, genau wie die Kurbelwellensensoren. Falls der Omega über eine Klimaanlage verfügt, muss zum Austausch des Kurbelwellensensors der Klimakompressor ausgebaut werden.

Häufig treten auch Defekte an den Leerlaufreglern auf. Eine Belüftungsbohrung (kann bei Bedarf aufgebohrt werden) setzt sich mit Ölkohle zu. Dann ist der Leerlauf nicht mehr konstant. Das Auto geht teilweise an der Ampel aus oder der Leerlauf schwankt stark. Der Leerlaufregler lässt sich mit Bremsenreiniger säubern, sollte aber nach der Reinigung wieder gut eingeölt werden, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Der 2,2-16V Motor hat zudem Probleme mit thermischen Überlastungen sowie mit dem Öldruck.

Kommen wir nun zu den Sechszylinderbenzinmotoren. Auch diese Motoren wurden mit Zahnriemen ausgestattet und stellen eine komplette Neukonstruktion dar. Leider blieb die Zuverlässigkeit der bewährten CIH Reihensechszylindermotoren auf der Strecke.

Angeboten wurden die neuen Motoren als 2,5-24V und 3,0-24V, ab ca. 2001 als 2,6-24V und 3,2-24V. Das Zahnriemenwechselintervall beträgt bei diesen Motoren auch alle 4 Jahre oder 60tkm.

Mit Wasserpumpenwechsel sollte man ca. 600-750 € einplanen, je nach Werkstatt. Die Wechselintervalle sollten unbedingt eingehalten werden, da bei einem Zahnriemenriss ein kapitaler Motorschaden entsteht.

Laut Aussage eines Opel Serviceberaters ist an diesen Motoren immer etwas kaputt und immer wird es teuer. Die Aussage sei mal dahingestellt! Ob es stimmt?

Bei den 2,5-24V und 3,0-24V Motoren trifft man häufig defekte Auspuffkrümmer/ Auspuffkrümmerdichtungen an. Leider muss für die Reparatur der Motor ausgebaut werden. Bei den 2,6-24V und 3,2-24V V6 Motoren ist das Problem mit den Krümmern dann beseitigt. Diese beiden Modelle sind mit Edelstahlkrümmern ausgestattet.

Wenn allerdings die eine der beiden Zylinderkopfdichtungen durchgebrannt ist hilft auch kein Edelstahlkrümmer, der Motor muss trotzdem raus.

Uns ist ein Fall bekannt, bei dem die Reparatur der Auspuffkrümmer und der Zylinderkopfdichtungen ca. 2700 € gekostet hat (vor ca. 8 Jahren).

Des Weiteren wird bei den V6 Motoren gerne der sog. Ölkühler / Wärmetauscher zwischen den Zylinderbänken undicht. Unbedingt auf Ölschlieren im Kühlwasserbehälter achten.

Ebenfalls neigen die Ventildeckeldichtungen zu Undichtigkeiten an den Zündkerzen. Vereinzelt finden sich an den Kunststoffventildeckeln auch Risse. Alle V6 Motoren neigen zu Ölundichtigkeiten im Bereich der zweigeteilten Ölwanne.

Die hohen Kraftstoffverbräuche der V6 Motoren sind nicht mehr zeitgemäß. Man sollte bei gemischter Fahrweise 12-13 Liter pro 100 km einplanen, bei reinem Stadtverkehr noch mehr.

Trotz alledem machen die V6 Motoren Spaß, toller Klang, spontane Leistungsentfaltung.

Außerdem gab es noch 4 verschiedene Dieselmotoren von denen mindestens 2 mittels Partikelfilter die grüne Umweltplakette bekommen können. Alle verfügen über eine wartungsfreie Steuerkette.

Angeboten wurden 2,0-16V und 2,2-16V 4-Zylinder Diesel und 2 von BMW zugekaufte 6 Zylinder Diesel. Der im Omega 2,5DTI verbaute sogenannte BMW M57 Motor ist ein Common Rail Diesel und bekommt mittels nachrüstbarem Partikelfilter die grüne Umweltplakette. Traurige Berühmtheit hat der Motor durch brechende Drallklappenwellen, was zu kapitalen Motorschäden führt. Leider hat Opel bei BMW nicht die verbesserte Version mit verstärkten Wellen geordert.

Die Drallklappen lassen sich entfernen, man hat keinerlei Einbußen und der Motor dankt es mit einer langen Lebensdauer, 300tkm und mehr sind kein Problem. In der Familie von Eberhard Rink wird so ein Omega mit demontierten Drallklappen schon viele Jahre störungsfrei bewegt.

Auch der ältere BMW Diesel ist ein robuster Geselle. Leider ist er durch die Umweltgesetze nur mit einer roten Umweltplakette ausgestattet und somit aus vielen Innenstädten verbannt.

Bei diesen Dieseln kann sich ein Ansaugschlauch lösen und verrutschen, was aber einfach zu beheben ist.

Die Schalt- und Automatikgetriebe arbeiten ohne große Probleme. Das gilt auch für die aus der Vergangenheit bekannten Undichtigkeiten. Lediglich das 5-gang Automatikgetriebe des Omega 2,5DTI kann mitunter Probleme bereiten. Leider gibt es keine Ersatzteile dafür, sondern nur den Kompletttausch, was heute jeden Kostenrahmen sprengen dürfte. Getriebeinstandsetzer können dieses Getriebe, mangels der benötigten Ersatzteile, im Gegensatz zu Automatikgetrieben anderer Hersteller, auch nicht reparieren.


MV6

Um Senator B Fahrern, nach Einstellung der Produktion des Senators, einen gleichwertigen Ersatz anbieten zu können wurde der MV 6 als eigenständiges Topmodell lanciert. Er sollte die Lücke schließen, die der Wegfall des Senators hinterlassen hatte.

Ausgestattet mit dem 3,0-24V V6 Motor blieben kaum Wünsche offen. An Bord waren Klimaanlage (ab MJ 1996 Klimaautomatik), Automatikgetriebe, elektrisch verstellbare Sitze mit Sitzheizung, teillackierte Stoßstangen, Leichtmetallräder mit speziellem Design, Scheinwerferreinigungsanlage, ab 1997 gehörte sogar Xenonlicht zum Serienumfang. Der Ausstattungsumfang konnte mit den Premiumherstellern mithalten. Durch einen besonders aufwendigen Prospekt stellte Opel die Position des MV 6 dar. Den MV 6 gab es als Limousine und auch als Caravan, der heute sehr beliebt ist. Tendenziell sind die Limousinen oftmals in einem besseren Erhaltungszustand.


Ersatzteillage

Die Ersatzteillage ist zwiespältig. Viele Technikteile sind noch problemlos lieferbar, auch im freien Ersatzteilhandel. Wie lange das noch so sein wird? Spezielle Teile der Innenausstattung sind nicht mehr lieferbar. Ob man noch alle Karosserieteile bekommt? Man muss halt im Bedarfsfall beim Opel Partner nachfragen oder im Internet nach den benötigten Ersatzteilen suchen. Sicherlich wird sich die Ersatzteilsituation in den nächsten Jahren nicht verbessern.

Alt Opel IG - Cadillac Catera ´97

Cadillac Catera, 1997-2000

Cadillac Catera

Der Cadillac Catera wurde von 1996 bis 2001 in Rüsselsheim auf Basis des Omega B MV6 gebaut. Als Motor gab es nur die 3,0-V6 Variante. Er bekam wie der Omega 1999 ein Facelift. Der Catera war nicht für den europäischen Markt gedacht und wurde nach Amerika exportiert. Ein Versuch ein solches Auto 1998 beim Opel Händler zu erwerben ist aus eigener Erfahrung gescheitert.

Ein Vorgängermodell gab es beim Catera nicht. Als Nachfolger präsentierte GM den Cadillac CTS ab 2002 mit Heckantrieb und 3,2 Liter V6 Motor. Der Motor des CTS beruhte auf der Opel Konstruktion. Der CTS fand aber keinen Weg nach Europa, um als Opel Modell die Nachfolge vom Omega anzutreten.



Schlusswort

In den 9 Produktionsjahren liefen knapp 800.000 Omega B vom Band. Das letzte Exemplar war eine silberne Limousine mit einem 3,2 Liter V6 Motor und lief im Juni 2003 vom Band. Im Jahr 2003 präsentierte Opel auch die Insignia Designstudie, welche als potentieller Nachfolger vom Omega angesehen wurde.

Nach unseren Erfahrungen haben auch die Opel Händler und Opel Service Betriebe heute wenig Interesse an Omega Fahrern, besonders wenn es sich um die V6 Motoren handelt. Laut Aussage eines Opel Service Mitarbeiters waren die Zeitansätze für Reparaturen an diesen Motoren so knapp bemessen, dass die Arbeiten in der vorgebebenen Zeit nicht ausgeführt werden konnten.

Unsere Ausführungen basieren auf eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen uns bekannter Omega Fahrer.

Wir schließen mit einem Satz von Kurt Berlin, dem Omega Guru dem man in diversen Internetforen begegnet, der auch immer Hilfestellung bei Problemen anbietet:

„Der Omega ist ein Traum der schnell zum Alptraum werden kann“.

Also bei der Wahl des Wunsch-Omegas genau hinschauen, dann hat man ein tolles Auto mit sehr guten Fahreigenschaften.

Eberhard Rink *1261
Jan Vetter *2000
Martin Siemann *2907


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Alt Opel IG - Opel Super 6 Buhne Cabriolet
Super 6 Buhne Cabriolet

Super 6 - Teil 2: Buhne

1919 gründete Heinrich Buhne einen Stellmacherbetrieb in Berlin, der schnell Bekanntheit erlangte.
Buhne fuhr zweigleisig, setzte einerseits auf preiswerte Droschken (Taxis), andererseits aber auch auf Luxuswagen wie Maybach oder Rolls-Royce. Zunächst bildeten die Droschken das Hauptgeschäft. Über die Verwendung von Gleichteilen und den Bau kleiner Serien konnte Buhne attraktive Preise erreichen. Doch mit dem Einsetzen der Hyperinflation und später der Weltwirtschaftskrise wurde die Droschkenfahrt für viele Berliner unerschwinglich. Die Droschkenbetreiber verlegten sich auf Notlösungen vom Hanomag Kommissbrot bis zum Motorrad mit Beiwagen, Buhne auf Luxusautos. Weniger Absatz, höhere Marge.


Alt Opel IG - Opel Super 6 Buhne Cabriolet
Prospekt Super 6 Buhne Cabriolet
Alt Opel IG - Opel Super 6 Buhne Sportwagen
Prospekt Super 6 Buhne Sportwagen















Wie so viele andere metallverarbeitende Betriebe musste auch Buhne im Zweiten Weltkrieg für die Wehrmacht arbeiten. Die Betriebsstätte der Firma wurde nach Mecklenburg verlegt. 1945 übernahmen die Sowjets; der Verbleib der Maschinen und Werkzeuge ist unklar. Heinrich Buhne startete seinen zweiten Anlauf in West-Berlin. Die Zeit der Luxuswagen auf separaten Fahrgestellen war vorbei. Der Opel Kapitän war bereits selbsttragend ausgelegt, der Mercedes 220 und der BMW 501 zwar noch nicht, aber Volumen konnte ein Karosseriebetrieb mit diesen unerschwinglichen Modellen nicht erreichen. Einzelne DKW, Ford, Goliath und Hansa wurden nach 1951 noch aufgebaut. Buhne spezialisierte sich auf Nutzfahrzeuge, vor allem für die Feuerwehr. Doch gegen größere Anbieter wie Metz oder Ziegler konnte das Unternehmen nicht bestehen. 2005 wurde Buhne abgewickelt.


Den Opel 2 Liter und später den Super 6 konnte der Kunde in zwei Versionen bestellen: als Cabriolet und als Roadster („Sportwagen zweisitzig“). Während die Cabriolet- Ausführung des Zweiliters anfangs noch außenliegende Verdeckstangen hatte, der Wechsel zum „eingebauten" Verdeck erfolgte in der laufenden Produktion, bekam das Super 6 Cabriolet vermutlich nur die neue Verdeckkonstruktion.

Alt Opel IG - Opel 2 Liter Buhne
Opel 2 Liter Buhne Cabriolet

mit außenliegenden Verdeck-

stangen,

unrestauriert

Alt Opel IG - Opel 2 Liter Buhne
Alt Opel IG - Opel 2 Liter Buhne
Alt Opel IG - Opel 2 Liter Buhne




















Beim Roadster waren die Türen stark ausgeschnitten und das einfacher gehaltene Verdeck hatte Seitenscheiben aus Plexiglas. Für das Fahrgestell des Super 6 berechnete Buhne 3.000 RM, für die Roadster-Karosserie 1.875 RM. Die besser ausgestattete Cabriolet-Karosserie
kostete 2.220 RM. Als Extras gab es u.a. eine „Fischsilber-Lackierung“ (145 RM). Anfangs haben Karosseriebauer tatsächlich Fischschuppen verwendet, ein teures Vergnügen. In den dreißiger Jahren wurden stattdessen Aluminiumspäne eingesetzt. Stückzahlen sind nicht bekannt.

Alt Opel IG - Opel 2 Liter Buhne Cabriolet
Prospekt 2 Liter Buhne Cabriolet,
Modelljahr 1936 mit neuer Verdeckkonstruktion
Alt Opel IG - Opel 2 Liter Buhne Cabriolet
2 Liter Buhne Cabriolet














Stefan Heins *1662

 

 

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