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Typgruppe 4PS (Laubfrosch) 1924-1931

 

Mit 4 PS in Luxemburg 

 

 

     

Eine Einladung zum Opel-Treffen in Luxemburg – das lässt man sich nicht entgehen. Und so trafen sich über 20 alte Opels, meist Cabrios, in Sanem, 20 km vor Luxemburg, der gleich-namigen Hauptstadt des Großherzogtums. Hier hat Jean-Marc Bach ein „Opel-Haus“ nach seinen Vorstellungen und Anforderungen selbst nach und nach um- und ausgebaut. In der Zeitschrift „Oldtimer Markt“ war es ja schon beschrieben, aber wenn man es selbst sieht, ist man noch mehr beeindruckt. So schaut man vom Wohnbereich im 2. Obergeschoss durch einen Glasboden auf die Opels hinunter - Autos, Motorräder und Fahrräder -, die per Aufzug in den ersten Stock manövriert werden.

Dadurch war die untere Garage frei, frei für ein Empfangsbüfett der Teilnehmer dieser Ausfahrt. Man staunte, die Euros lagen einfach so auf den Tischen, allerdings nur als Servietten.

Die Ausfahrt begann zunächst mit einer Fahrradtour, auch ein Hochrad war dabei, durch die nähere Umgebung. Danach wurden die alten Opels für die Nacht in die Tiefgarage des örtlichen Opel-Händlers gebracht.

Wie sollten jetzt die Teilnehmer wieder in die Stadt und zum Hotel kommen? Dazu hatte Jean- Marc einen Bus organisiert, einen Mercedes-Benz O 317 von 1959, der bis 1977 hier im Einsatz war.

Übernachtet haben wir im Hotel Beierhaascht, im Nachbarort Bascharage, ein Haus mit eigener Brauerei und angeschlossener Schinkenräucherei. Natürlich haben wir die Führung mitgemacht, und anschließend Bier und Schinken verkostet.

Das Besuchsprogramm sah für den Freitag eine Fahrt nach Peppange vor. Die „chinesische“ Fahrtbeschreibung verhalf am Anfang einigen zu zusätzlichen Luxemburg - Kilometern, aber schließlich waren dann doch alle am Ziel.

 

Die wenigen Steigungen machten zwar dem Doktorwagen und dem Spitzkühler, Gäste aus dem Rüsselsheimer Werks-Fundus, zu schaffen, aber schließlich waren auch sie auf dem Parkplatz.

Nach dieser ersten „Anstrengung“ war die kurze Rast im Benediktinerinnen Kloster gerade richtig. Die Oberin erzählte von der Geschichte des Hauses, auch über die deutsche Besetzung im zweiten Weltkrieg.

In der Nähe des Klosters sind in ehemaligen Bauerhöfen ein Bauernmuseum
(mussee-rural.lu)

und ein Kutschenmuseum. Hier erfuhren wir, wie mühsam früher in der Landwirtschaft gearbeitet wurde, und was die Besonderheiten der „Gebrauchskutschen“ sind.

Nach der Rückfahrt empfing uns der örtliche Opel-Händler mit einem Sekt-Büfett mit Luxemburger Spezialitäten, die wir uns nach einer Begrüßungsrede der stellvertretenden Bürgermeisterin schmecken ließen.

Am Samstag sollten wir über wenig befahrene Straßen die Stadt Luxemburg besuchen, mit einer Präsentation auf dem Platz vor dem Rathaus. Bei der Fahrt durch die gepflegten Orte waren wir vom sichtbaren Wohlstand der Luxemburger beeindruckt. Direkt auffallend ist die Sauberkeit, überall.

Wie sollte jetzt unsere Gruppe über die vielen Ampeln bis ins Stadtinnere kommen? Jean-Marc hat das hervorragend mit der Polizei geregelt. Zwei Polizeimotorräder mit Blaulicht hielten uns die Kreuzungen frei, so dass wir ohne Probleme auf den Wilhelmplatz kamen und unsere Schätze aufstellen konnten.

Bei der Stadtführung hörten wir von der Entstehung und der wechselvollen Geschichte der Stadt, über die Entwicklung zum Staat Luxemburg. Ursprünglich nach und nach als Festungsstadt gebaut, bietet Luxemburg heute eine harmonische Mischung von ultra-

 

modernen Gebäuden, zeitgenössischen Bauten und alten Festungsanlagen mit in den Fels gehauenen Kasematten.

Am frühen Nachmittag verließen wir den Place de Guillaume, zunächst wieder mit Polizeischutz, dann aber mit Begleitung und Führung anderer Alt – Opel - Fahrer, alles Freunde und Bekannte von Jean-Marc. Überhaupt hat Jean-Marc seine ganze Familie bei der Organisation dieser Fahrt eingesetzt, seine Partnerin Diane, seine Söhne Joël und Sam, seine Mutter und einige Berufskollegen.

Nach Luxemburg-Stadt wollte uns Jean-Marc seine Arbeitsstätte zeigen, in einer neuen Berufschule in Esch-sur-Alzette. Auf dem Gelände einer ehemaligen Eisenhütte, auf dem nur noch der Hochofen als Industriedenkmal steht, hat sich in den letzten Jahren viel getan. Hierhin wurde ein Teil der Luxemburger Universität verlagert, andere Firmen angesiedelt, neue Bürogebäude und auch eine neue Berufsschule gebaut. Wir haben nur gestaunt, wie gut die Fachräume für Autolackierer, Karosseriebauer und Auto - Mechatroniker ausgestattet sind, alles vom Feinsten.

Zur Kaffeepause im Schulforum wurde uns eine Kuchenplatte präsentiert. Eine Sahnetorte, aufwändig verziert mit dem Opelauge aus der 4 PS-Zeit. Eine tolle Idee!

Beim Abendessen bedankten sich im Namen aller Teilnehmer Irene Bethke und Hans Badhorn bei Diane, Jean-Marc und seinen Helfern für die gelungene Ausfahrt. Jean-Marc meinte dazu: Ich habe mir nur einen Wunschtraum erfüllt!

2014 werden wir uns im Spreewald wiedersehen.

 

Text :Ingo Bethke *303

Fotos: Dagmar Ostheim, Dietmar Bethke und  

             Irene Bethke

         

 

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