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Das Titelbild:

Es erzählt wieder mal eine eigene Geschichte.

Blitze von Voll in Würzburg gab es einige.

Dieser Blitz-Mannschaftswagen von 1973 läuft heute bei Clubfreund Mattia Ferrari im Tessin

 
Die hier vorgestellten Inhalte sind nur eine Auswahl
der tatsächlich im Heft behandelten
Themen.

Auf die Homepage übernommene Themen sind:

- Volles Programm , der Voll Blitz

- Olympia 1952 , eine kleine Geschichte 

- Opel in der Formel 1 

Mitgliederbereich:
- Zenith Vergaser Teil4

Volles Programm

Die bewegte Geschichte des Karosseriebauers Voll aus Würzburg

Text:

Stefan Heins *1662

Fotos: 

Archiv Jochen Schramm *1122,
            Adam Ferrari *3564

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Leseprobe:

Die folgende Geschichte wurde gleich von mehreren Seiten angestoßen: Nils Kupetz *3002 und Matthias Steckmann *1973 haben im vergangenen Jahr einiges zur Historie des Ascona C Cabrios recherchiert, gefertigt bei Hammond & Thiede in Würzburg. Die ersten Cabrios trugen noch ein Typenschild von Voll, dem Unternehmen, aus dem Hammond & Thiede hervorgegangen ist. Doch während sich wenigstens einige Informationen über die Historie dieses Karosseriebauers auftreiben ließen, haperte es lange am Bildmaterial. Dann schickte Jochen Schramm *1122 einen Stapel originaler Aufnahmen. Beteiligt an der „Ausgrabung“ war auch Henning Zaiss *2604. Die Suche nach einem Titelbild führte schließlich über Eckhart Bartels *100 zu Mattia Ferrari *782, der einen Blitz-Mannschaftswagen mit Aufbau von Voll aufbewahrt und restauriert hat.

Die Anfänge

Gegründet wurde das Unternehmen 1926 von Josef Voll als Reparaturwerkstatt in Würzburg. Wodurch die Aufnahme der Herstellung eigener Karosserien veranlasst worden ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Omnibusse wurden anfangs bei Voll gebaut, es folgten Sonderaufbauten aller Art, teils in Kleinserie, teils als Einzelanfertigungen auf Kundenwunsch. Feuerwehren, Polizei und THW bestellten ihre Aufbauten bei Voll, wo aber auch Verkaufsfahrzeuge gefertigt wurden, Notarzt- und Geländewagen, Konferenzbusse und Wohnmobile.

Vom Opel Blitz zum Ascona C Cabrio

Der Opel Blitz bildete eine tragende Säule des Voll-Programms, das neben...

Dieser Blitz-Mannschaftswagen von 1973 läuft heute bei Clubfreund Mattia Ferrari im Tessin  

Randalierende Studenten sollte der Blitz in Schach zu halten helfen, doch im Tessin gab es keine

  In den beiden Heckscheiben spiegelt sich die Schweizer Bergwelt
Es lebt sich alles in allem problemlos mit dem Blitz, berichtet Mattia. Nur die Größe bereitet immer wieder Probleme beim Unterstellen, oft muss der Blitz draußen übernachten und schneit dann schon mal ein  

Die Sitzbänke wurden neu bezogen, und die Fotoaufnahmen hat Boxer Darco bewacht

  Eines der wenigen erhaltenen Originaldokumente
 

Olympia 1952:

Kleine Geschichte eines 60-jährigen Familienwagens

von 

Riccardo Schlee *103

 

Fotos von

Fotograf Athos Passoni der die Bilder für das Magazin "auto & Lifestyle" aufgenommen hat 

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Olympia mit Familienanschluss: 60 Jahre ist dieses wunderbar erhaltene Auto bei der Familie Schlee!

Die Instrumente werden von einer Wassertemperaturanzeige aus dem Ponton-Rekord ergänzt, für das Fahren in der gebirgigen Schweiz ein sehr empfehlenswertes Extra

 

 

Oscar und Ida Schlee, meine Großeltern, kauften diesen Olympia im Jahr 1952 bei der damaligen Opel-GM-Vertretung „Garage Moderno“ der Gebrüder Ulrich in Bellinzona, Tessin. Beide, aber nicht nur sie, fuhren diesen schönen Olympia und im Haus wurde deshalb die Benutzung geregelt: Bis 1962 – als mein Vater Alfonso, damals 37 Jahre jung, endlich seinen eigenen Opel, einen Rekord P2, erworben konnte – blieb er das einzige Fahrzeug der Familie. Meine Grosseltern, meine Tanten Margherita und Isabella und mein Vater benutzten nach diesen Regeln das in der Zwischenzeit „Lisetta“ genannte Auto. Das Fahrzeug brachte die Familie ans Meer nach Cesenatico oder nach Alassio in Italien. Mein Vater und meine Mutter Elba benutzten es auch für längere Reisen wie z.B. nach Rom 1953, nach Madrid 1954 oder nach Wien 1956. Von diesen abenteuerlichen Reisen wurden stets 8 mm-Filme gedreht die ich bis heute aufbewahrt habe. Meine Eltern haben mir nie von nennenswerten Pannen berichtet. Zuverlässig war und ist derWagen heute noch. Ich selber wurde als Neugeborener 1952 vom Spital mit diesem Wagen heimgebracht.
Für mich war (und ist) der Olympia einfach das Familienauto und ich bin besonders stolz darauf, dass es bis heute in der Familie geblieben ist. Na ja, es gab allerdings eine kleine Pause von 24 Stunden, als mein Vater den Wagen für 500 CHF verkaufte. Es war ca. 1965: Der Käufer versuchte vergeblich, den 
Wagen zu starten und am Tag drauf brachte er ihn zurück und verlangte sein Geld retour. Ich war überglücklich: mein Olympia war wieder daheim! Der Olympia wollte vielleicht den Disney-Käfer Herbie nachahmen und mochte uns nicht verlassen! Die vielen schönen Erinnerungen werden immer wach,
 
 wenn ich an die Lisetta denke.

Das erste Auto ist wie das erste Mädchen, man vergisst es nicht!
Seit diesem Zeitpunkt verließ der Wagen nie wieder unser Haus. Erst später bemerkte mein Vater, dass die Startversuche des unglücklichen Käufers den Motor ruiniert hatten. Der Motor wurde umgehend durch ein
Occasion-Aggregat gewechselt, das mein Vater beim Schrotthändler gefunden hatte. Allerdings war dieser im Jahr 1950 gebaut worden. 1973 wurde er dennoch total revidiert und wieder eingebaut. Er tut heute noch seinen fleißigen Dienst. Ich habe in der Zwischenzeit zwei Motoren mit Bj. 1952 gefunden: Einer davon wird derzeit revidiert und nach Fertigstellung wird er den (um 2 PS) schwächeren 1950-Motor ersetzen.
Mein Olympia wurde vollumfänglich restauriert. Die ersten Arbeiten fingen 1977 an. Dann blieb der Wagen jahrelang stehen. Ich hatte glücklicherweise schon vor etlichen Jahrzehnten Teile eingesammelt als sie noch leichter und billiger aufzutreiben waren als heute. Die meisten bezog ich bei der Fa. Matz.
In der Zwischenzeit hatte ich per Zufall einen Olympia Cabrio-Limousine in einem entfernten Tessiner Tal in einer Scheune gefunden, sofort gekauft und ebenfalls vollumfänglich restauriert. Die notwendigen Teile hatte ich grad doppelt gekauft. Es war ein glücklicher Entscheid meinerseits. Beide Olympia tragen die damals modische Farbe Opel 104 „sandgrau“. Alle Restaurierungsarbeiten wurden hier im Tessin ausgeführt. Nach der jahrelangen Pause wurden sie 2012 wieder aufgenommen und endlich fertig gebracht. Das hat seinen Grund: die „Lisetta“ und ich sind beide im Jahr 2012 60 geworden!

Das Stoff für die Innenausstattung wurde nach dem von Diethelm Jacoby zur Verfügung gestellten Muster nachgewebt. Die letzten Arbeiten wurden jedoch im Kanton ..... 

„Der Zuverlässige“ – dieser unverwüstliche Motor hat den Opel-Modellen seiner Zeit ihren legendären Ruf beschert 

 

Mister Olympia – das Geschick der Formgestalter beeindruckt noch heute 

 

Die 60 im Lorbeerkranz gibt es auf der nächsten Seite gleich noch einmal zu sehen

 

 

Opel in der Formel 1

 

Text:

Karl Manschein *3997, einige Ergänzungen hat Christoph von Opel *2727 beigesteuert 

 

Fotos:

Archiv Karl Manschein *3997, bis auf das Portrait. Es stammt aus dem Archiv der Familie von Opel, Christoph von Opel hat es uns überlassen

 

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Rikky von Opel, Aufnahmedatum und –ort sind uns nicht bekannt

 

Das gab es wirklich! Allerdings nicht als Fahrzeug mit dem Blitz, sondern als Fahrer im Cockpit!
Rikky von Opel, eigentlich Frederick von Opel, geb. am 14.10.1948 in New York, ist ein Urenkel von Adam Opel und erstes Kind aus der zweiten Ehe des Rennfahrers Fritz von Opel mit Emita Herràn Olozaga.
Frederick startete seine Motorsportkarriere unter dem Pseudonym Antonio Bronco. Einmal, weil er als Rennfahrer überzeugen wollte und nicht als Träger eines berühmten Namens; und dann aus Rücksichtnahme auf seine Familie. Nachdem er bei Formel Ford 1600 Rennen 1970 eine vielversprechende Talentprobe abgab, startete er 1971 unter seinem richtigen Namen in der englischen Formel 3 auf Lotus.
Rikky machte eine so gute Figur, dass Mo Nunn, der Besitzer des Ensign Rennstalls, ihn für 1972 als Werksfahrer verpflichtete. 1972 gewann Ricky von Opel mit dem Ensign die Lombard North Central Championship für Formel 3 Wagen. 
Daraufhin nahm Rikky von Opel all sein Geld und überredete Mo Nunn, ein Chassis für die Formel 1 zu bauen. Nunn baute für die Saison 1973 ein relativ kompaktes Monocoque mit Ford Cosworth DFV8 Motor und Hewland FGA400 Getriebe – den Ensign MN01. Lackiert waren die Ensign-Renner in einer ziemlich dunklen Interpretation von British Racing Green mit schmalen goldenen Zierlinien. Am 1. Juli 1973 debütierten das Auto und Rikky von Opel beim GP von Frankreich in der Formel 1. Er startete vom 25. und letzten Startplatz und brachte den noch nicht ausgereiften MN01 schließlich auf dem 15. Platz, mit drei Runden Rückstand auf Sieger Ronnie Peterson, ins Ziel. In Silverstone gelang es ihm, den Ensign auf Startplatz 22 zu stellen, von 28 Startern. Auf dem schnellen Kurs konnte man immerhin wieder eine Zielankunft verbuchen: immerhin Platz 13!
Beim GP der Niederlande in Zandvoort erreichte Rikky von Opel den 15. Startplatz und war damit schneller als Emerson

Fittipaldi im JPS Lotus. Doch beim Training brach die Radaufhängung, dadurch konnte er nicht am Rennen teilnehmen. Den GP von Deutschland musste das Ensign-Team wegen Geldmangels ausfallen lassen. Im österreichischen Zeltweg reichte es dann für Startplatz 19, aber nicht für die Zielankunft. In der 34. Runde legte eine defekte Benzinleitung den Ensign lahm. Ein Defekt, der sich in Monza wiederholen sollte. In Kanada sorgte ein Bremsdefekt für einen weiteren Ausfall, und der letzte Startplatz beim Rennen in Watkins Glen markiert das Ende einer durchwachsenen Saison.

1974 trainierte Rikky in Argentinien auf dem Ensign N174 mit neuem Chassis, startete aber im Rennen nicht.

Als Rennteilnehmer auf der Strecke zu sehen war erst wieder in Jarama beim GP von Spanien, nun als Werksfahrer neben Carlos Reutemann im Cockpit des Brabham-Ford BT44.

Doch Startplatz 23 im „neuen“ Auto brachte wieder kein Glück, in der 13. Runde blieb der Brabham mit defektem Öltank liegen. Im belgischen Spa ereilt ein Motorschaden den Brabham, in Monaco reicht es nicht für die Qualifikation. Das nächste Rennen in Schweden bringt Startplatz 20 und Platz 9, Rikky von Opels bis dahin beste Leistungen in der Formel 1. Auch im folgenden GP der Niederlande reicht es für Platz 9. Doch es ließ sich nicht übersehen, dass Rikky von Opel konstant etwas langsamer als Teamkollege Reutemann war, und daraufhin entschied er sich schließlich, zum Ende der Saison seine Karriere in der Formel 1 zu beenden.

Opel in der Formel 1 blieb damit leider eine nur kurze Episode. Das lässt sich für den Ensign-Rennstall ebenfalls sagen, er gab 1982 auf.

Heute lebt Rikky von Opel in Thailand, schon seit vielen Jahren.

So sehen Sieger aus: Rikky von Opel im Ensign, mit dem er 1973 Champion in der Formel 3 wurde

 

Zandvoort 1973, im Training. Beim Rennen musste Rikky von Opel zuschauen, eine gebrochene Radaufhängung vereitelte den Start

 

Opel in der Formel 1 – dieses Autogramm aus der Sammlung von Karl Manschein ist wirklich etwas Besonderes! 

 

Monaco 1974, im Brabham durch die Haarnadelkurve

 

Poster 1973

 

Zeltweg 1973

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