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Das Titelbild:
Der Opel GT von Heiner Schnorrenberg dort, wo viele Fans ihn immer gesehen

haben – in der Boxengasse. Dort rennen andere GT, Uwe Mertin von Opel Classic berichtet auf Seite 46 davon. In unserer auf der Seite 16 beginnenden Titelgeschichte

geht es um den Weg des GT auf dem Titelbild in die USA, von dort weiter

nach Grevenbroich und weiter nach Australien.

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt DZ 221:

 

-40Jahre Kadett C
-Typgruppentreffen Pontonkapitän
-Typgruppentreffen Senator/Monza 2013 in  
 Hannover
-ALT-OPEL Sonderkarosserietreffen
-Rekord E und Commodore C 
 Typgruppentreffen 2013
-Hamburg ist eine Reise wert...
-1.Deutsch-Cabrio-Treffen in Hünxe am
  Niederrhein

- Starker Auftritt von Opeln beim Oldtimer
  Grand Prix

- Olympia-Treffen in der Schweiz

- Frühjahrsausfahrt

  Stammtisch Steiermark 2013

- Panoramatreffen 2013
- Gedächtnisfahrt Jeff van Daalen

- Oldtimer-Show in

  Paaren/Glien bei Berlin

- 32. Internationales Manta A Treffen

- Solitude Revival 2013

- Mit 4 PS in Luxemburg

 


Die hier vorgestellten Inhalte sind nur eine Auswahl
der tatsächlich im Heft behandelten
Themen.

 

 

Auf die Homepage übernommene Themen sind:

- Nur Fliegen ist schöner/
  oder: einmal um die ganze Welt
- GT2

- Restaurierung Vectra A-X Turbo
  Teil 2: Zusammenbau

- Mein Opel Vectra A-X 2000 4x4

Mitgliederbereich:
- Bizzarrini 1900 GT Europa und Corsa
- Kühn!

 

Nur Fliegen ist schöner

oder: einmal um die ganze Welt!

 

von  Heiner Schnorrenberg *933

 

Leseprobe: 

         
Der Besuch des Alt-Opel-Stammtisches hat sich mal wieder gelohnt – im Juli `95. Mein Tischnachbar erwähnte beiläufig, sein GT sei verkäuflich. Wie bitte? Rostfrei – ja nee, is klar
– weil aus dem sonnigen Kalifornien
re-importiert. Zufällig kam ein Bild des Deutsch Franzosen-Amerikaners zum Vorschein, das die Erwartungen irgendwie übertraf.

Termin abgesprochen und mit Skepsis, Taschenlampe und Bruder den Opel-Sportwagentraum der Sechziger und frühen Siebziger genau untersucht.

Ergebnis: der Besitzreflex stieg.

Karosseriemäßig war alles gut bis auf ein teilersetztes unteres Frontblech, Folgeschaden einer übergelaufenen Batterie. Der leicht lieblos gerichtete (gespachtelte, wir denken uns in amerikanische Schnellreparateure hinein) Seitenschaden erwies sich bei genauem Hinschauen als „halb so wild“.
Was heißt hier „Smart-Repair“?

Und die Geschichte zum Auto?

Wir wissen – siehe die Literatur u.a. von unserem GT-Typreferenten Stefan Müller –, dass die Karosserie des Opel GT wegen mangelnder Produktionskapazitäten in Bochum und Rüsselsheim in Werken in Frankreich hergestellt und ausgestattet wurde. 

  Diese halbfertigen Fahrzeuge wurden nach Bochum transportiert und dort mit den Achsen, Motor und Getriebe „verheiratet“. Von hier aus gingen ca. 70 Prozent der Produktion in die USA, wo der kleine Sportwagen als Abrundung des GM-Produktsortiments von den Buick-Händlern vertrieben wurde. Neben „amerikanisierten“ Kadett, Ascona und Manta fand die Corvette im Kompaktformat zahlreiche Käufer. Amerikanisch war dann auch die Leistung des Neunzehnhunderter Motors. Wegen diverser Vorschriften zur Abgasreinigung etc. schrumpfte sie von 90 auf 78 PS! Ähnliches hatten in den Vereinigten Staaten aber auch die stolzen Fahrer anderer europäischer Sportskanonen z.B. aus Italien oder England hinzunehmen.

Mein Exemplar ging nach San Francisco und wurde von meiner Stammtischbekanntschaft zusammen mit einigen anderen Anfang der Neunziger nach Deutschland zurückgeholt – eine nette Idee, als Student etwas „nebenher
zu verdienen“…

Dieses war das Beste seiner importierten Fahrzeuge und erhielt den 90-PS-Motor eines Rekord D, eine neue Lackierung (original war limonengrünmetallic) sowie etwas Zuneigung, um die Fuhre fit für deutsche Straßen und
  deutsche Prüforganisationen zu machen. So gefielen mir besonders der U-Schutz-freie Unterboden, lackiert in Wagenfarbe, und die schwarz lackierten Achsen.

Wir wurden (weil das ja jetzt einfach so kommen musste) handelseinig und der zitrusgelbe Dynamiker ging nach Grevenbroich. Ich war glücklich – ein rostfreier GT in meiner Garage!

Der erste Stress ging vom Versager, pardon, Vergaser aus. War doch klar, zeitgenössische Test- und Kundenberichte meldeten die gleichen Ursachen für Ärger mit diesem Opel-Modell.

Gut vernetzt, wie das heute so schön heißt, habe ich selbstverständlich den Fachmann für solche Probleme in einer historisch anmutenden Werkstatt parat. Meine Neuerwerbung ist nun fit für Fahrten nach Italien zur Mille Miglia und in die Toskana. Ich habe viel Spaß. Überall wo ich parke, werde ich anerkennend auf meinen „Millenove“

angesprochen. Schon in den Sechzigern bewunderten die Italiener nicht nur Mercedes, wenn eine „Bella Macchina“ aus Deutschland vorbei brauste.

Nebenbei: ein GT fühlt sich ganz anders an ...

         
Der GT reizt auch heute noch unmittelbar
zum Reinsetzen und Losfahren.
Hier Schauspieler Rolf Zacherl auf unserem Stand bei der Techno Classica in Essen.
Doch das Leben mit dem GT ist nicht ganz
so einfach wie mit gleich alten Opel, berichtet Heiner Schorrenberg
 
 

Immerhin: wirklich kein Rost…

 
 

und auch keine Murksreparatur nach einem Unfall. Interessenten sollten dem GT immer in die Augen schauen, offen und geschlossen!

Die meisten GT gingen in die USA.
Zu erkennen an den zusätzlichen
Blinkern hinten
 
Zwischen aktuellen Fahrzeugen wirkt
der GT zierlich
 
Und tschüß –
der GT auf dem Weg nach Australien
 
     

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GT2

Text: Stefan Heins *1662

Fotos: Opel Classic Archiv der Adam Opel AG, Pontiac

 

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Opel 20GT2

Entwickelt im Windkanal – der GT2 

Opel GT2 1975

Beeindruckende Daten, leider keine Taten –
200 km/h und 7 Liter/ 100 km, im Jahr 1975! 

Voll Keil – die Seitenlinie nahm später der Monza wieder auf 

     

Im Zusammenhang mit der Präsentation des Monza Concept auf der IAA 2013 verweist Opel gern auf den Experimental-GT, der als erste deutsche Studie überhaupt 1965 auf einer Messe gezeigt worden ist. Daraus wurde schließlich ein Serienfahrzeug, insoweit beinhaltet der Verweis eine Andeutung. Doch wenn der GT auch ein recht erfolgreiches Modell war, richtungsweisend war er nicht.

Auf der IAA 1975 stand mit dem GT2 die Studie eines potentiellen Nachfolgers, unter dem Eindruck der Ölkrise mit erheblich höherem Anspruch entwickelt. Der bereits aus dem Manta A GT/E bekannte 1,9-Liter leistete mit der L-Jetronic 105 PS, genug für eine Spitze von 200 km/h. Der zeitgleich präsentierte Manta B GT/E ging 185 km/h. Für den Unterschied sorgte die Feinarbeit an der Karosserie des GT2: bündig verklebte Scheiben, voll versenkbare Frontscheinwerfer, abgedeckte Hinterräder, zierliche, fast integrierte Außenspiegel. Opel gab den cW-Wert mit nur 0,326 an.

Dieser Wert war sensationell, in der Großserie kamen erst nach 1980 Ford Sierra und Audi 100 mit vergleichbaren Werten heraus. Neu 

 

waren die Ideen indes nicht, Panhard in Frankreich baute schon in den fünfziger Jahren aerodynamisch optimierte Karosserien, und mehrere italienische Karosseriebauer folgten dieser Linie ebenfalls seit den fünfziger Jahren.Doch der Massengeschmack akzeptierte diese Formen lange nicht, erst mit der Ölkrise 1973/74 setzte langsam ein Umdenken ein. Die Ironie der Geschichte: Mit dem GT2 holte Opel eine ursprünglich in Deutschland entstandene Idee zurück auf die IAA. Rumpler, Kamm, von König-Fachsenfeld – die Pioniere der aerodynamischen Karosseriegestaltung, die heute Allgemeingut ist, waren Deutsche.

Doch Opel beließ es nicht bei dem ausgezeichneten cW-Wert, sondern

spendierte dem GT2 weitere innovative Details. Die Schiebetüren sorgten für einen bequemen Einstieg auch im Großstadtgewühl, und die Schienenkonstruktion diente zugleich als Seitenaufprallschutz. Vom OSV, dem Sicherheitsfahrzeug auf Basis des Kadett C, stammte die Idee, die Stoßstangen Energie absorbierend auszuführen. Im Innenraum dominieren digitale Anzeigen, auch einen

 

 

Bordcomputer gab es bereits.  Zum Verhängnis wurde dem GT2 seine vernünftige Auslegung: Als 2+2-Sitzer war er praktischer geraten als der GT, kam damit aber dem neuen, ebenfalls auf der IAA 1975 präsentierten Manta B ins Gehege. Die im GT2 versammelten Ideen setzten sich allerdings durch. Aerodynamische Karosserien kamen bei Opel mit dem Omega und dem Kadett E, vor allem aber dem Calibra. Die Frontgestaltung des GT2 zitierte GM beimPontiac Firebird, das „Mäusekino“ kam im Opel Monza. Die Schiebetüren tauchten im Peugeot 1007 wieder auf.

Wenigstens die Farbgebung, gelbe Flächen und dunkle Flanken, konnten Opel-Freunde dann doch kurzfristig kaufen, mit dem Kadett C GT/E. Der noch mal ein herrlich unvernünftiges Auto war, und die wenigsten 

zeitgenössischen Beobachter registrierten in diesen Jahren, dass es damit bald vorbei sein würde – und sie, sofern sie die IAA 1975 besucht hatten, dort die Zukunft vor Augen hatten.

         

Elegant gelöst – das hochgezogene Heck
wirkt leicht

 

 Platz und Plüsch –
sehr gute Raumausnutzung, aber auch
barocker Zeitgeschmack im Innenraum
des GT2

Wahl-Verwandtschaft – die Front des Pontiac Firebird von 1982 zitiert ebenfalls den GT2

 

 

Restaurierung Vectra A-X Turbo

Teil 2: Zusammenbau 

von  

Kai Steude *3687

Typreferent Vectra A

 

Leseprobe : 

         

Bereits seit den Karosseriearbeiten liefen die Vorbereitungen und Zuarbeiten für den Zusammenbau. Ich sortierte die ausgebauten Teile in Schachteln und machte mir Gedanken über viele, viele Details wie Schrauben, Halter, Achsteile, Getriebe- & Differenzialüberholung, Motorüberholung und die Innenausstattung. Das jahrelange Sammeln und Überholen endete in einem Berg von hell verzinkten und gelb verzinkten Schrauben und Haltern, schwarz glänzend gepulverten Haltern und Achsteilen. Diverse originale Opel-Neuteile gesellten sich im Laufe der Zeit mit dazu, neben den frisch überholten Brems-, Motor- und Antriebsteilen. Für das Problem meiner fehlenden Innenraumteile sollte sich die Abwrackprämie 2009 als ein sehr glücklicher Umstand erweisen, bei der gute Fahrzeuge zuhauf auf den Schrott kamen. So fand unter anderem ein Vectra A CDX als Garagenwagen aus Opas Hand mit rund 100tkm den Weg zu meinem Opelfreund Jan, über den ich sämtliche Innenraumverkleidungsteile inklusive Armaturenbrett und Kleinteile bekommen konnte. Ein echter Glücksfall!

Start für den Zusammenbau meines Vectra Turbo war August 2010, nachdem ich alle Teile zusammen hatte. Erste Aktion war die Dämmung der Karosserie bis in den letzten Winkel mit Teermatten aus dem Car-Hifi-Bereich, damit in der Karosserie mehr Ruhe herrscht als vom Werk aus.

Als nächstes plante ich eine große Aktion auf einer Hebebühne, in der das Gros der gesammelten Teile in die Karosserie Einzug

 

halten sollte. Dazu fehlten aber noch ein Paar wichtige Teile, die nicht so recht zum Pulvern geeignet sind. Die Antriebswellengelenke und Antriebswellen sind im Original blankes

Metall und fangen sehr leicht an zu rosten, die Lackierung der Kardanwelle hält Steinschläge nicht besonders lange ab und rostet ebenso gern! Also suboptimal. Fündig wurde ich mit einem Speziallack beim Korrosionsschutzdepot zum Selberstreichen. Teile zuerst gründlich Sandstrahlen, dann anätzen und danach mit steinschlagfestem Speziallack streichen - fertig!

Nachdem auch die letzten Teile fertig waren, konnte die große Aktion endlich starten. Vor allen Arbeiten habe ich alle Hohlräume ausgiebig mit Fluid Film A konserviert und diverse Kanten mit Mike Sanders Hohlraumfett oberflächlich geschützt. Kritische Blechkonstruktionen mit versteckten Hohlräumen, z.B. die hinteren Längsträger, habe ich durch spezielle Bohrungen zusätzlich konserviert, um eine höhere Sicherheit zu erzielen. Danach startete die Komplettierung des Unterbodens mit Bremse, Spritanlage und Achsen und endete mit dem Einbau von Motor, Getriebe und Verteilergetriebe. Teile, die ich nun eigentlich schon seit 2008 horte, konnten nun endlich verbaut werden und mein Zimmer daheim wurde endlich wieder leerer. Der überholte Motorblock und Kopf, das überholte Getriebe- & Verteilergetriebe sowie das überholte Heckdifferenzial warten schon lange auf ihren Einbau. Leider war das neue Fahrwerk noch nicht verfügbar, sodass ich das

 

alte Fahrwerk wieder montieren musste.

Zurück in der heimischen Halle folgte nun die Anfertigung für den angepassten, größeren Ladeluftkühler und die dafür nötige Ladeluftverrohrung. Ich plante von Anfang an eine dezente Mehrleistung, sodass Motorblock, Zylinderkopf, Turbolader und verstärkter Antrieb dafür ausgelegt waren. Oberste Maßgabe war das Erhalten der originalen Nebelscheinwerfer und natürlich eine funktionierende  Klimaanlage. Beides sind sehr Platz fressende Faktoren im Vectra A bei der Verwendung eines großen Ladeluftkühlers. Doch etliche Ausmessversuche später konnte ich die Zeichnung für die Anfertigung des Ladeluftkühlers endlich abgeben. Derweil gingen andere Teileanfertigungen weiter, wie Ölkühler und dessen Verrohrung, überholte Servoleitungen und die Ledersitze fanden ihren Weg zum Sattler. Ich vergnügte mich während dessen im heimischen Keller mit dem Kabelbaum, wo es galt die Schäden der Vorbesitzer zu richten, Kabel durchzukontrollieren, kleine Erweiterungen einzubauen und abschließend alles mit neuem Kabelbaumband einzuwickeln.

Bald waren die diversen Teileanfertigungen wieder zurück und die Elektrik im Wagen durchgetestet. Auch sind die im Originalfarbton gepulverte Zahnriemenverkleidung und Zylinderkopfhaube wieder zurück. Als eine sehr gute Detaillösung erwies sich das schraubbare Batterieblech beim Einbau der überholten Servoleitungen. Im Original auf den Radeinbau ...

         

„Fast fertig“ – der Vectra A-X Turbo

 

 Wie neu –der Motorraum…

 

…hier noch ohne Motor

Detailarbeit – der Kofferraum

 

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Mein Opel Vectra A-X 2000 4x4

 

Im Dezember 2012 tauchte einer der seltenen Opel Vectra A-X 2000 4x4 aus dem Jahr 1992 mit 47.000 km auf, der neun Jahre lang in einer Tiefgarage in Baden-Baden abgemeldet sein Dasein gefristet hatte. Der Wagen wurde im Auftrag des Besitzers durch seinen Sohn verkauft, weil er aufgrund von Krankheit damit länger nicht mehr fahren konnte. Nach ein paar Gesprächen mit dem Verkäufer habe ich den Wagen am 04.04.2013 abgeholt. Der Zustand dieses knapp 21 Jahre alten Fahrzeuges ist aufgrund der geringen Laufleistung erstaunlich gut und ist für einen künftigen Oldtimer ideal.

Im Folgenden habe ich eine kleine Aufstellung der wichtigsten Details dieses Opel Vectra A-X 2000 4x4 erstellt.

 

Der Staubige – bei näherem
Hinsehen gut beieinander! 

47.000 Kilometer

150 PS aus zwei Litern
holt der 16-Ventiler

 

Und ab geht´s – der Vectra auf dem
Weg an seine neue Wirkungsstätte

 

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