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Das Titelbild...
... zeigt gleich vier Generationen klassischer Opel im schmeichelnden Spätsommerlicht. Eckhart Bartels hat die Aufnahme anlässlich des Norddeutschen Herbsttreffens am Schloss Marienburg, westlich von Hildesheim gemacht.


Außerdem in Heft 263


Intern:

Ready to Rallye - Update 2
von Rolf Neumann


Report:

Unterstützt eure Opel Händler

Kommentar von Eckhart Bartels


Technik:


Startschwierigkeiten nach Standzeiten
von Peter Flörsheimer


Historie:


Oympia ´50

von Opel Media




 

Auf die Homepage übernommene Themen:

 

Tradition verpflichtet
von Eckhart Bartels *100 und Sybille Keil *330

Robert Bosch - Elektrische Magnetzünder

von Halwart Schrader

Die Geschichte des Opel-Modell-Museums

von Claus Samtleben



Tradition verpflichtet:

40. Norddeutsches Alt-Opel Herbsttreffen - Ein kleines Jubiläum in Hildesheim


Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man auf 40 Jahre Regionaltreffen zurückschauen kann: Was Ende der 1970er Jahre als spontane Heidefahrt von acht Alt-Opel Wagen aus Bremen, Hamburg und Hannover begann, führte 1981 zu einer offiziellen Einladung des Clubs zusammen mit einem Opel Händler in Hannover zum ersten norddeutschen Alt-Opel Herbsttreffen. Danach folgten jedes Jahr die Einladungen immer im Wechsel zwischen Hamburg/Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen mit Ostwestfalen. Die Veranstaltungen zum Abschluss der Saison bekamen einen festen Platz im Kalender – und einen ebenso harten Kern von Wiederholungsteilnehmern.

Eckhart und Inga Bartels hatten sich frühzeitig für die Durchführung des Jubiläumstreffens beworben – doch zunächst gab es nichts als Hürden: Das zwei Jahre zuvor sensibel ausgewählte Hotel im Hildesheimer Wald sagte plötzlich ab – sie konnten das ganze Haus vermieten. Dann eben ohne uns. Es folgte erneut eine Suche nach einem geeigneten Platz, wobei die Region Hildesheim mit Elm-Lappwald aber fixiert war. In den vergangenen Jahren waren es immer zwischen 20 bis 35 Personen mit 15 bis 25 Fahrzeugen, für die eine Unterkunft mit Stellplätzen gesucht werden musste. Nicht ganz einfach für die Organisatoren: Denn der Alt-Opel Fahrer erwartet maximale Leistung zu vertretbaren Kosten. Diesen Wunsch „für Anspruchsvolle“ (so wurde ja auch für das Jubiläum geworben) erfüllte das Novotel in Hildesheim, ein modernisiertes Gebäudeensemble direkt angrenzend zur Altstadt.

Die Planung und Vorbereitung erforderte tatsächlich etwas mehr „Herzblut“: Ein Herbsttreffen ist eben nicht nur eine einfache Rundfahrt. Der Begriff Norddeutsch sagt bereits, dass hier bis zu 330 km Anfahrt akzeptiert sind, wenn man von Flensburg nach Hildesheim fahren will. Oder wenn Teilnehmer aus Rheinberg (320 km) kommen, aus Bergisch-Gladbach oder aus Luckenwalde bei Berlin. Damit sind die Treffen vor allem auch Treffen für Gespräche und Gedankenaustausch – doch in diesem Jahr kam es besonders „dicke“. Corona warf nochmals alles über den Haufen.

Auch wenn ringsrum reihenweise Absagen kamen, sollte unser Jubiläum keinesfalls ausfallen. Unerwartet hoher Zuspruch war zudem Motivation. Konsequenz, wir machen keine Feier, sondern eine Ausfahrt. Aber nur über rund 110 km mit vielen Stationen, die Zeit für Gespräche im Freien ermöglichten. Mit Abstand – na klar. Aber diese Stopps konnte uns keiner verbieten. Und dann: Das Wetter spielte mit. Bei der Streckenfindung waren viele hilfreiche Kenner dabei. Es war zuvor kaum bekannt, dass es in dieser norddeutschen Gegend Schlösser und Berge, Waldstraßen mit Serpentinen und neben einer Fabrik als Weltkulturerbe auch enge Arbeitsschuppen für Dampflokomotiven gibt. Eine Wiederholung dieser erlebnisreichen Strecke wird jedem empfohlen und kann von den Teilnehmern wie auch beim Gastgeber erfragt werden. Dafür hatte jeder Gast ein farbiges Programm erhalten, geschmückt mit einem Opel-Prospektmotiv, in dem die wichtigsten Eckpunkte des gemeinsamen Wochenendes fixiert waren.

34 Anmeldungen wollten die Strecke bei schönstem Herbstsommerwetter unter die Räder nehmen, vom Motorrad Motoclub 1929 bis zum Twin-top von 2006, Opel Cabriolets von 1933 bis 1987, viele Limousinen, ein Caravan und sogar ein Lieferwagen. Während der weltbekannte Mariendom zu Hildesheim am Freitag auf eigene Faust besichtigt werden konnte, setzte die Ausfahrt am Samstag weitere „Marien“-Punkte: Von Hildesheim führte die erste Strecke zum Kloster Marienrode, ein befahrbarer Innenhof wurde das erste Foto-Highlight. Weiter ging es auf den Berg zum Schloss Marienburg, das sich selbstbewusst als „Neuschwanstein des Nordens“ bezeichnet. Sie ist auch „nachempfunden“ wie das Schloss im Allgäu. Die Anlage ähnelt einer mittelalterlichen Burg, entstand aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier konnten die Teilnehmer ausnahmsweise direkt vor der Burg parken, wieder ein Fotoplatz, und anschließend nach freier Wahl durch die Räume wandeln…

Feste Tradition der Herbsttreffen sind die vorbereiteten Runden mit Kaffee und Kuchen. Kaum zu leisten in Zeiten von Corona: Man fand auf dem Schloss Brüggen, einem bis 1716 erbauten Barockgebäude mit quadratischem Innenhof, ein sehr empfehlenswertes Café mit täglich frischen Torten. Betrieben von einer rüstigen Dame von 81 Jahren. Ihre „Cafescheune“ war ein Hit für die inzwischen um mehrere Tagesgäste erweiterte „Opel-Wandergruppe“. Die Schloss-Besitzer, die Familie von Cramm, erlaubte den Alt-Opel-Gästen sogar den Zugang zu ihrer Familienkapelle. Eine einmalige Geste des Vertrauens. Weiter fuhr der aufgelockerte Konvoi nach Alfeld, wo das Weltkulturerbe der Fagus-Werke auf dem Programm stand. Hier musste tatsächlich wegen Corona das „Bildungsprogramm“ gestrichen werden – es bleibt jedem selbst überlassen, dem im Bauhausstil errichteten Fagus-Werk einen späteren Besuch zu widmen.

Vorbei an Schloss Wrisbergholzen und seiner historischen Fayencen-Manufaktur kam der nächste Stopp bei den Eisenbahnfreunden von Almetal-Segeste, die sich die Restaurierung einer Hanomag-Dampflok von 1902 vorgenommen haben. Eine der Letzten dieser Baureihe. Wieder waren die Betreiber der Anlage großartige Gastgeber, informierten ausführlich, erklärten die Funktion einer Draisine, unterbrachen kurz beim Schienenbau und boten bei herrlichem Sonnenschein ihre Getränke an.

Der nächste Messpunkt der Strecke war Schloss Söder mit Marien-Kapelle, dann Schloss Derneburg und die Domäne Marienburg. Streckenweise Nebenwege, durch Parkanlagen und ein Auf und Ab mit Serpentinen. Wer hätte das im Hildesheimer Wald vermutet? Am Ende des Tages gab es keinen Kummer, keine Pannen und jeder erreichte den Jubiläumsabend mit schmackhaftem Buffet rechtzeitig. Klar, dass hier alle Corona-Auflagen respektiert wurden.

Dieses einladende Prospektbild der Rücksitzbank eines 51er Kapitän zierte auch den Bildband, der in einer exklusiven Auflage von 18 Exemplaren auf Bestellung produziert wurde und die vergangenen 40 Jahre Revue passieren ließ. Diese Bilder gab es auch als Präsentation am Festabend zu sehen, eingebettet in zwei kleine Filme. Die alten Bilder waren sehr zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken: Seit 1981 haben uns bereits viele Freunde verlassen – und während die Autos unverändert jung erscheinen, sind die Besitzer heute ein wenig ergraut daneben zu erkennen. Aber die Erkenntnis bleibt: Unsere Autos halten uns jung…


Vor dem Start: Gruppenbild der
Teilnehmer
mit Motorrad und
einem Teil der Fahrzeuge

Fotostopp beim Kloster Marienrode:
Einzylinder trifft Sechszylinder


Anfahrt zum Schloss
Marienburg,
voran ein

Opel Motorrad mit roten Reifen

Exklusiver Parkplatz vor der
Schlosskulisse


Corona-geprägte Gesichter im

Innenhof der Marienburg


Einmalige Erlaubnis: Aufstellung im
Innenhof von Schloss Brüggen


Herbsttreffen auf Schloss Brüggen:

Bunte Mischung der Alt-Opel Wagen


Arbeitsatmosphäre am Bahnhof

Almetal


Dampflok in Almetal: Haube auf

gegen Dampfblasenbildung


Stammtischleitung Ilchmann bedankt
sich für die Gäste bei Familie

Bartels für die Ausfahrt


Viele Fotostopps bleiben für immer im

Gedächtnis: Schloss Söder
mit Rekord P2


Titelbild des

Programms





Text und Bilder: Eckhart Bartels *100


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

40. Norddeutsches Alt-Opel Herbsttreffen

Endlich mal wieder miteinander reden, diskutieren und debattieren, Besserwissen, beieinander und zusammen sein, die Entzugserscheinungen der Droge Alt-OPEL unterdrücken - natürlich mit entsprechendem Abstand.

Nach einem endlos langen Jahr ohne OPEL, auch wegen Corona ausgefallener Veranstaltungen, trafen sich vom 18. bis – 20. 09 über 60 norddeutsche blitzgesteuerte Fans zum 40. Norddeutschen Alt-OPEL Herbsttreffen.

Diesmal im Hildesheimer Novotel, das vorher ein halbes Jahr geschlossen war und an diesem Wochenende – für uns - mit Azubis betrieben wurde, weil die Stammbelegschaft in Kurzarbeit war. Das Hotel hatte ein stimmiges Hygienekonzept ausgearbeitet, das mit der Einladung jedem Teilnehmer zugesandt wurde. Zwei große Räume boten uns ausreichend Abstand an den Vierertischen, beim Büfett galt die „Einbahnstraßenregelung“, mit mindestens 2 Meter Abstand und Schutzmaske.

Bei wieder ansteigenden Infektionszahlen, würde das Treffen abgesagt und der Teilnehmerbetrag zurückgezahlt werden, wurde uns versichert.

Die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen z. B. an den Ein - und Ausgängen, wie auch im ganzen Hotel, wurden 100%ig umgesetzt, so dass, zumindest bei Sybille und mir, schnell ein sicheres Gefühl herrschte. Denn, ohne Maske, kein Eintritt!

So manchem fiel es allerdings sichtbar schwer, die Maske z. B. im Hotel tragen zu müssen!?

In der Ausschreibung erschien auch ein Satz, der mich sehr beeindruckte und die Richtung vorgab:

„Wir haben uns für eine touristische Ausfahrt getroffen – nicht zum Feiern!“ Vor dem Treffen herrschte bei meiner Frau und mir doch ein mulmiges Gefühl, denn wir kennen unsere Pappenheimer; man muss immer dicht zusammenstehen. Wir hatten anfangs auch Bedenken, weil wir nicht wussten, ob die Regeln und Vorschriften im Umgang miteinander eingehalten werden? Aber, um es vorwegzunehmen, an diesem Wochenende klappte es wider Erwarten gut.

An den von mir so verabscheuten Büffets die Maske tragen zu müssen, Abstand zu wahren, während man die Leckereien auf dem Teller arrangiert, ist auch nach Monaten Corona noch immer nicht jedermanns Sache!?

Ich mag keine Büfetts, erst recht nicht, wenn die „Gefahr“ besteht, mich auch noch - mit Maske und mit Abstand - in die ellenlange Schlange einzureihen oder womöglich noch lange auf die wohlüberlegte Zusammenstellung des Tellers bei so manchem Unentschlossenen/Unwissenden warten zu müssen. Also, entweder man ist wie schon so oft der Erste am Büfett oder man muss an einem solchen Wochenende Geduld aufbringen. Die Wahl des Tisches ist unter diesen Gesichtspunkten von entscheidender strategischer und Laune bewahrender Bedeutung für mich… War `n Scherz!

Ich möchte jetzt nicht die diversen minuziös geplanten Anlaufpunkte aufzählen, sondern nur einige wenige Höhepunkte, wie die lange vermissten Unterhaltungen mit Freunden z. B. im Innenhof-Café der Marienburg bei Pattensen/Nordstemmen… Oder, die wahnsinnig leckeren selbst gemachten Torten der wuseligen 80-jährigen Frau Heydenreich im Scheunencafé von Schloss Brüggen… Und diese herrliche Ausfahrt! Anfangs zog sich die Kolonne ja lange hin, ein Blick in den Rückspiegel offenbarte manchmal einen kilometerlangen Wurm von Alt-OPEL`n, die stellenweise vom Straßenrand sogar beklatscht wurden. Auch für die Passanten muss das in diesen Zeiten ein außergewöhnlicher Anblick gewesen sein. Haben wir mit unserer Ausfahrt vielleicht auch ein Zeichen gesetzt? Wird alles wieder gut?...

Man muss heutzutage den Seitenabstand zu Radfahrern einhalten, aber was sich da die eine Autofahrerin in den Hildesheimer Bergen mit seinen klasse Serpentinen und wunderschönen Kurven geleistet hat; Kilometerlang, mit einem modernen Auto, hinter einem Fahrradfahrer her zu tuckern, erschließt sich mir nicht wirklich. Und das nur, weil die Linie durchgezogen war und sie deshalb die 1,5 Meter Abstand nicht halten konnte? Mal schnell den 1. Gang reingeschaufelt und die 2. Klappe geöffnet - schon waren wir – Admiral A – der wunderschöne Diplo A von Christoph Nehnes und der Admiral B von Dominik Seliger vorbei… Natürlich musste die Dame unsere „Missetat“ behupen; ist klar!

Wie lange haben wir DAS vermisst, mit Kollegen bei einem Treffen durch die Landschaft zu fahren… Der Museumsbahnhof in Almetal-Segeste überraschte uns durch seine Spielzeugatmosphäre. Das niedliche Bahnhofsgebäude und die kleinen Loks waren für mich viel schöner als diese monumentalen Schlösser.

Bei der Gelegenheit offenbarten die geöffneten Motorhauben der Autos wieder die typischen Alt-OPEL-Gepflogenheiten, man muss ja sehen, was sich darunter verbirgt oder im Laufe des Jahres verändert hat! Schöne Dinge natürlich, OPEL-Motoren aller Couleur, wärmegestaute GT, blasenbildende V8… oder einfach nur die fantastisch laufende Motoclub von Peter Dahlström?

„Du hast ja endlich die richtigen Zierleisten dran!“ „Der Vergaser sieht so neu aus!“ Klar, wenn er ultraschallgereinigt ist! usw. usw. usw. … Egal, es galt die Haubentaucher-Köpfe reinzustecken – natürlich mit Abstand!

Herrlich, nach – wie mir schien - sooo langer Zeit.

Wir denken jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, auch an einige OPEL-Freunde die wegen Corona nicht dabei sein wollten, aber sonst sicher auch teilgenommen hätten. Schade, dass ihr nicht auch dabei gewesen seid!

Aber, man muss in diesen Zeiten die Bedenken und Ängste der Menschen verstehen und einfach akzeptieren.

Zum Schluss dieses kurzen „Berichts“ möchten wir für die Gesamtorganisation und die tolle und vorausschauende Planung, auch uns beiden verbleibenden Raucherdinosauriern gegenüber, noch ganz lieben Dank an Eckhart und Inga Bartels sagen. DAS alles, in solch unsicheren Zeiten, so auf die Beine gestellt zu haben, verdient Hochachtung.

Das von Eckhart erstellte wunderschöne kleine Fotobuch „40 Jahre Norddeutsche Alt-OPEL Herbsttreffen“ mit vielen Gruppenfotos stimmte mich doch anfangs etwas melancholisch, denn dort sah ich die vielen mittlerweile verstorbenen Kumpels und Freunde wieder… Erst recht bedanken möchte ICH mich bei beiden, dass sie bezüglich meiner Gehbehinderung, an mich gedacht haben. Das sie dafür noch Zeit hatten… Gehbehinderte Mitglieder sollte man vielleicht auch mal bei den Jahrestreffen berücksichtigen.

Auch Nikolaus v. Kielmansegg soll nicht unerwähnt bleiben. Seine Streckenbeschreibung war erstklassig - perfekt! Hat sicherlich viele, viele Stunden gekostet!?

Es war einfach ein genial schönes Wochenende! Vielen Dank – an dieses Treffen werden mein Mann und ich noch lange denken. Und, wir freuen uns, dass wir dabei gewesen waren!

Text: Sybille Keil *330

 


Robert Bosch - Verbesserte Automobilität durch elektrische Magnetzünder


In den frühen Opel-Fahrzeugbeschreibungen findet man oft den Hinweis, der Motor arbeite mit Magnetzündung. Diese Erfindung als Hochspannungs-Magnet-Abreiß-Zündung wird in diesem Jahr 120 Jahre alt. Wissen wir heute noch, was ein Magnetzünder ist?

Er habe immer nach dem Grundsatz gehandelt, lieber Geld zu verlieren als Vertrauen. »Die Unantastbarkeit meiner Versprechungen, der Glaube an den Wert meiner Ware und an mein Wort standen mir höher als kurzzeitiger Gewinn«. Der Mann, der so hohe Maßstäbe an sich und sein Schaffen legte und sie auch so formulierte, war der Gründer der Firma Bosch. Und seine Aussage stimmte: Geld verloren hat er nicht.

Als elftes von zwölf Kindern wurde Robert August Bosch 1861 in einem Dorf bei Ulm geboren. Von 1869 bis 1876 besuchte er die Realschule und absolvierte danach eine Mechanikerlehre. Nach seinem Militärdienst arbeitete Bosch sieben Jahre lang bei verschiedenen Unternehmen in Deutschland, bei Edison in den USA sowie in England bei der dortigen Siemens-Filiale. Im November 1886 eröffnete Bosch in Stuttgart eine Werkstätte für Elektrotechnik. Schon ein Jahr später verbesserte er dort einen vom Erfinder Nikolaus August Otto konstruierten Magnetzünder für die Gasmotorenfabrik Deutz, mit dem das Gasgemisch in einem stationären Verbrennungsmotor zur Explosion gebracht wurde. 1897 kam ein solcher Zünder erstmals bei einem Motor im Automobil zur Anwendung; damit hatte Bosch der noch jungen Garde der Motorwagenhersteller zu einem entscheidenden Fortschritt verholfen.

Robert Boschs erster Ingenieur Gottlob Honold entwickelte daraus Ende 1901 einen Hochspannungs-Magnetzünder, der den Bau von schnell laufenden Benzinmotoren erst möglich machte. Vor allem lieferte der neue Magnetzünder seinen Zündstrom auch nach dem Starten des Motors. Noch ohne Batterie, zu deren Aufladung man bekanntlich einen Dynamo, also eine Lichtmaschine, benötigte. Diese fand aber erst im Kraftwagen nach 1912 ihren notwendigen Platz.

Bei Honolds Hochspannungs-Magnetzünder handelte es sich um eine magnetelektrische »Maschine«, bei der in den Ankerleitern bei der Drehung des Läufers im Magnetfeld elektrische Spannung entsteht. Der Anker enthält zwei Wicklungen. Die primäre Wicklung besteht aus wenigen Windungen eines dicken Drahtes, ihr Stromkreis ist über den Unterbrecher geschlossen. In der zweiten Wicklung, die aus vielen Windungen des dünnen Drahtes besteht, entsteht infolge Induktionswirkung im Augenblick der Unterbrechung des Stromkreises und dem Zusammenbrechen bzw. Abreißen des Magnetfeldes eine Hochspannung von etwa 20.000 Volt, die einen Funkenüberschlag an der Zündkerze zur Folge hat. Daher auch der Name Abreißzündung. Die Unterbrechung des Spulenstromes, also die Zündauslösung, erfolgt durch einen Zwangs-Mechanismus, der mit der Drehbewegung des Motors gekoppelt ist. Der Magnetzünder stellte eine optimale Vereinigung von Stromerzeuger, Transformator, Zündauslöser und Zündverteiler dar.


Aufbau des Bosch Magnetzünders
von 1901


Robert Bosch um

die Jahrhundertwende

Schon vor der Jahrhundertwende dehnte Bosch seine Geschäftstätigkeiten ins Ausland aus. Zunächst gründete er 1898 mit Frederick R. Simms in Großbritannien eine Firma zum Bau von Zündapparaten. Aus der Liaison mit Bosch entstand 1907 in London die Simms Magneto Company Ltd., und auch in den USA fasste Bosch bald Fuß. 1906, als bei Bosch der 100.000ste Magnetzünder hergestellt wurde, reiste der Bosch-Verkaufsingenieur Gustav Klein in die USA, wo er die Robert Bosch New York Inc. mit Zweigniederlassungen in Chicago und San Francisco gründete. 1908 wurde daraus die Bosch Magneto Company.

Das Magnetzünder-Geschäft entwickelte sich auf dem amerikanischen Markt mit seiner rasch wachsenden Fahrzeugindustrie schneller als in Europa. In rascher Folge brachte Bosch auch auf anderen Sektoren Innovationen auf den Markt. Das Unternehmen produzierte Anlasser, Lichtmaschinen, ab 1913 Beleuchtungsanlagen und unter anderem 1927 die erste Diesel-Einspritzanlage. Auch die neuen Opel Modelle von 1921 konnten statt mit Azetylen-Beleuchtung mit elektrischem Licht und Anlasser bestellt werden.

In wenigen Jahren hatte Robert Bosch es geschafft, sein Unternehmen vom handwerklich produzierenden Automobilzulieferer zu einem weltweit aktiven Elektrotechnik-Konzern umzubauen, der auch eine Vielzahl von Sparten der Haushalts-, Sicherheits- und Industrietechnik umfasste.

»Bei allen Dingen, die man nicht selbst machen kann, sei es aus Mangel an Fähigkeit, sei es aus Mangel an Zeit, ist die Hauptsache, die rechten Leute zu finden, welchen man die Arbeit übertragen kann«, hat der 1942 verstorbene Robert Bosch einmal gesagt. Auch hier sollte er recht behalten.

1861

Summerzündung des Franzosen Etienne Lenoir (Vorläufer der Batteriezündung)

1883

Niederspannungsmagnetzündung (Abreißzündung) von Siegfried Marcus

1883

Glührohrzündung von Gottlieb Daimler

1887

Niederspannungs-Magnetzünder für stationäre Gasmotoren von Robert Bosch (im Auftrag von Deutz)

1897

Magnetzündung von Bosch für Automobil-Motoren

1898

Magnetzünder im De Dion Bouton-Motordreirad durch Bosch erprobt (Anregung Frederick Simms/Daimler)

1901

Hochspannungs-Magnetzündung von Bosch für schnell laufende Benzinmotoren

1902

Bosch erhält für die Kombination einer neuartigen Zündkerze mit dem Hochspannungs-Magnetzünder (Gottlob Honold) am 7. Januar 1902 ein Patent.

 

Die Geschichte des OPEL-MODELL-MUSEUMS


Ein Faible für Autos muss ich immer gehabt haben, schon als Kind – für große und kleine Autos.
Schuco, Premäta, die großen GAMA-Opel, die es mit jedem neuen Opel in der Familie gab. Und natürlich die Wiking-Modelle zur Märklin Eisenbahn. Siku war nicht mein Ding.

Anfang der 70er Jahre begann ich mit dem Sammeln von Automodellen, vorwiegend im internationalen Maßstab 1: 43. Modelle aller Hersteller, die damals zu bekommen waren und mir gefielen, bildeten den Grundstock zu einer immer größer werdenden Sammlung. Mehr oder weniger von Beginn an wurden auch Modelle umgebaut und modifiziert. Die Entscheidung für diesen Maßstab erfolgte zwangsläufig, weil nur in dieser Größe eine entsprechende Vielfalt an Modellen auf dem Markt waren. Andere Maßstäbe wurden dennoch nicht völlig vernachlässigt.

Etwas 1983/84 war die Sammlung so umfangreich geworden, dass Schwerpunkte gesetzt werden mussten. Da schon seit Großvaters Zeiten die Marke Opel in der Familie vertreten war, lag es nahe, hier den Schwerpunkt zu setzen. Etwa in diese Zeit fällt auch die Entscheidung, den Vertrieb und Verkauf von Modellen aufzunehmen, in Verbindung mit der Anfertigung von Modellen nach Kundenwünschen. (Kunden wie Günther Irmscher, Danhausen in Aachen oder die Adam Opel AG)

Anders als bei vielen Sammlern wurde schon immer weniger Wert darauf gelegt, das Modell, möglichst mit Originalverpackung, nur zu sammeln, als an Hand von Modellen das große Vorbild zu zeigen. Somit wurden immer mehr Modellen modifiziert und verfeinert und neue Varianten geschaffen. Anfang 1987 reifte der Entschluss, diese immer umfangreicher werdende Sammlung an Opel-Modellen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Der Gedanke eines OPEL-MODELL-Museums war geboren.


Konzept

Opel-Brass, Aschaffenburg 1988

OPEL-MODELL-MUSEUM 1987



Ein Werksmuseum gab es nicht, somit konnte hier an Hand einer Modellsammlung der Versuch unternommen werden, Automobilgeschichte darzustellen. Durch den erheblichen Teil an selber hergestellten Modellen – immerhin 2/3 der Modelle waren in dieser Form nie erhältlich gewesen – war die Einmaligkeit dieses Vorhabens gegeben.

Ein im Sommer 1987 angemietetes Haus in Prisdorf, im Umland an der A23 gelegen, erwies sich nach kurzer Zeit als ungeeignet für dieses Vorhaben, da der Vermieter dort jetzt lieber einen Golfplatz bauen wollte. Die Suche nach einem Ersatzobjekt begann. Geeignete Objekte waren nicht zu finden, so wurde Ende 1989 mit einem Neubau in Prisdorf begonnen. Eine ursprünglich geplante große Doppelgarage sollte jetzt Museum werden, mitsamt dem Eingangsbereich und einem weiteren Raum als Arbeitszimmer. Am 9. September 1990 konnte dann die Einweihung des Museums gefeiert werden, fast drei Jahre später als geplant.

Der Entschluss, den Schwerpunkt mit der Marke Opel zu bilden, entsprang nicht nur der familiären Bindung zu dieser Marke, sonder weit mehr noch der Tatsache, dass von den deutschen Herstellern von Automobilen keiner außer Daimler-Benz auf eine längere Tradition und Geschichte des Automobilbaus zurückblicken kann. Über 90 Jahre Opel-Automobile bilden ein umfassendes Bild dieses Teils unserer Geschichte und Umwelt. Auch der Aspekt, dass aus Rüsselsheim, und den anderen, später folgenden, Werken immer Autos für alle Bevölkerungskreise kamen, vom Kleinwagen bis hin zur Nobelkarosserie, sprach für diese Wahl.

Weiter Opel-Produkte, wie Nähmaschine, Kühlschrank und einem Opel Rennrad als Leihgabe von Franz Späth – den meisten kaum noch bekannte Relikte vergangener Tage – bildeten den Rahmen für die hier gezeigte Opel-Historie auf kleinem Raum. Nicht zu vergessen all die Fotos, Plakate und sonstigen Unterlagen, die sich im Lauf der Jahre angesammelt hatten.


Millowitsch - Auftrag von Opel

Auftrag für Jochen Berger

Blick nord-süd

Lutzmann-Ausstellung 1994

4PS in Prisdorf



Die Schwierigkeiten, die die Adam Opel AG mit der eigenen Geschichte hatte, zeigte sich auch hier: Das Interesse, ein solches Vorhaben in geeigneter Form zu unterstützen, war nicht sonderlich vorhanden, obwohl keiner den positiven Einfluss eines solchen Projektes auf das Marken- und Firmenimage ernsthaft in Frage stellen kann. Die Frage nach der Unterstützung seitens der Adam Opel AG war jedenfalls von allen Seiten meisten die Erste, die gestellt wurde. Und entsprechend groß Verwunderung und Erstaunen, wenn man verneinen muss.

Das Interesse in offiziellen Kreisen war jedenfalls bei weitem geringer als das Interesse in der Bevölkerung und der Opel-Szene. Irgendwann war es sogar möglich, daraus ein OPEL-MODELL-MUSEUM e.V. zu machen, gemeinnützig anerkannt. Schon von der Konzeption her war dies nicht eine private „zur Schaustellung“ einer eigenen Modellsammlung, sondern Automobilgeschichtsschreibung am Beispiel eines Herstellers.

Dieser Textteil stammt aus der Zeit, als es das OPEL-MODELL-MUSEUM noch gab. Ziemlich vergessen habe ich, welch Aufwand doch mit der Öffentlichkeits- und Pressearbeit für so ein Projekt verbunden – Kopien vieler Artikel in diversen Zeitungen und Zeitschriften sind allerdings vorhanden. Oder Ausstellung von Teilen des Museums auf dem Opel-Stand in Frankfurt, oder Opel-Händlern in Aschaffenburg und Bremen. Vielleicht war ich 30 Jahre zu früh mit diesem Projekt, mit Internet wäre heute manches anders möglich. Oder man könnte diese Geschichte mal als virtuelles Museum schaffen.

Irgendwann war das alles mehr oder weniger alleine nicht mehr haltbar, es bot sich an, diese Sammlung an die Adam Opel AG abzugeben – das war 1994. Es gab damals in den verschiedenen Werken eine Ausstellung mit diesen Modellen: „Maßstäbe – Modellautos aus der Sammlung der Adam Opel AG“. Heute sorgfältig dort im Keller verwahrt, wo noch viele andere Opel-Kostbarkeiten „eher verborgen“ sind.

Und da der Mensch meist Dinge nicht lassen kann, sind in den letzten Jahren viele neue Modelle hier entstanden. Manches, was ich damals auch schon hatte, anderes, was damals nicht möglich war. Aber das, was sich im Gegensatz zu damals geändert hat, wie heute ganz anders recherchiert werden kann und muss, wird ein anderes Thema bleiben.


Werkstatt

Fahrradecke

Auto Meccanica
1992

Text und Bilder: Claus Samtleben

 

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