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Übersicht Clubzeitung

 


Das Titelbild...
…zeigt den sanft personalisierten Ascona B unseres Mitgliedes Michael Otter *4316 am Himmelfahrtswochenende im Spreewald.


Außerdem in Heft 267


Intern:

Infos zum Jahrestreffen 2022
von  Peter u. Raphael Kühndel, Jennifer Panz

Report:

Typgruppe Ehefrauen, Teil 2
Matthias M. Göbel


Service:

Neue Bücher
von Eckhart Bartels *100

und:

Clubinformationen 2021 - Stammtische und Messbetreuung





 

 

Auf die Homepage übernommene Themen:

 

Da tropft was ...
von Rolf Neumann *3991

Der letzte GT (Sport)Mohikaner

von Norbert Kelleter *3890

Vor 100 Jahren - Großer Motorsport auf der Opel-Rennbahn

von Opel Post


 

Da tropft was...

... ist aber nicht so schlimm, das kommt ja nicht mal am Boden an. So oder so ähnlich haben sicher schon viele von uns einmal gedacht. Trotzdem, so eine Leckage kann neben den unbestreitbaren Folgen für die Umwelt auch weitere Probleme mit sich bringen.
Daher möchte ich hier so einen Fall, der unsere jüngeren Motore betrifft, etwas näher erläutern. Dort ist im Speziellen der Öldruck-Schalter betroffen. Gefährdet sind fast alle Modelle mit einer elektronischen Motorsteuerung und ein oder zwei Lambdasonden. Es beginnt mit dem Ascona C mit drei Wege KAT und selbst im Corsa D und vielen anderen neueren Modellen besteht dieses Problem noch.

Doch was passiert da im Einzelnen...
Die erwähnten Öldruck-Schalter können im Inneren undichtwerden. Das Öl tritt also nicht an der Verschraubung aus, sondern am elektrischen Anschluss. Was für sich genommen erstmal nur ärgerlich ist, aber noch kein Problem darstellt. Doch leider ‚wandert‘ das Öl mit Hilfe
der Kapilarwirkung durch das Kabel bis in das Motorsteuergerät und von dort aus zum tiefsten Punkt, der Lambdasonde. Weder Steuergerät noch Lambdasonde finden das Öl besonders witzig und so kommt es zu Störung im Motorbetrieb bis hin zum Defekt des Motorsteuergerätes und der Lambdasonde.


Dies äußert sich zunächst im Aufleuchten der MIL/MKL (Motorstörungskontrollampe im Armaturenbrett), wenn das Motorsteuergerät einen abgasrelevanten Fehler entdeckt. Natürlich werden diese Fehler auch im Fehlerspeicher abgelegt und können bei den ‚älteren‘ Steuergeräten, wie beim C20NE im Omega A/Kadett E/Ascona C, ‚ausgeblinkt‘ werden. Die neueren Motroniken erfordern einen entsprechenden Tester (z. B. einen Tech 2 von Opel) zum Auslesen der Fehler.

Während eine Lambasonde noch relativ leicht und schnell gewechselt ist, gestaltet sich das beim Motosteuergerät schon erheblich aufwendiger. Insbesondere bei den Modellen mit einer Wegfahrsperre. Da kann man nicht so einfach ein Steuergerät vom Verwerter holen und einbauen. Zunächst muss das alte Steuergerät ‚entheiratet‘ werden und das neue, hoffentlich ebenfalls entheiratete Steuergerät, dann wieder mit dem Tester verheiratet werden. Dazu wird der Fahrzeug Security Code benötigt. Daher ist es wichtig beim Kauf eines Youngtimers darauf zu achten, dass die Security Card vorhanden ist. Sonst kann man im Fall der Fälle gleich mal ca. 50 Euronen zum freundlichen Opelhändler tragen.
Desweiteren ist dann der gesamte Motorkabelbaum zu tauschen, weil die Kabel voll Öl sind, welches natürlich nachläuft und wieder die Neuteile zerstören kann. Eine ziemlich aufwendige Reparatur kann also drohen, obwohl man noch keinen Fleck unterm Auto hat. Dieses Problem betrifft im Übrigen nicht nur Opel, sondern auch die sogenannten Premiumhersteller. Bei Mercedes sind beispielsweise die Nockenwellenversteller ein solches Ärgernis.
Mercedes bietet mittlerweile für einiges Geld einen Adapter an, der das Eindringen von Öl in den Kabelbaum wirksam verhindert.


Jedoch kann die Lösung der Wahl viel einfacher und auch preiswerter sein. Wichtig ist die Unterbrechung Kapilarwirkung in der Kupferlitze. Dazu schneidet man das eine Kabel vom Öldruckschalter einfach durch. Dann schiebt man etwas Schrumpfschlauch über das Kabel und verzinnt beide Kabelenden mit reichlich Lötzinn. Danach werden beide Enden wieder zusammengelötet und mit dem Schrumpfschlauch überzogen. Durch das Lötzinn wird die Kapilarwirkung wirksam unterbrochen und sowohl der Kabelbaum als auch die Steuergeräte sind geschützt, selbst wenn der Öldruckschalter inkontinent werden sollte. Der schon erwähnte Adapter von Mercedes macht im Prinzip nichts anderes.

Eine Reparatur also, die eine echte Präventivmaßnahme ist und ruhig bei jedem gefährdeten Motortyp durchgeführt werden sollte, zumal sie fast nichts kostet...

Text:Rolf Neumann *3991

P.S.: Die Bilder stammen von meinen fast fabrikneuen Corsa D


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GT im Rallyeeinsatz, leider sind
Bilder vom Krämer GT verschollen

Der letzte GT (Sport)Mohikaner

Die Entstehung des Opel GT war eine kuriose Sache. Genauso kurios war sein Auftritt im Motorsport. Der Opel GT war eine Entwicklungsstudie von Opel, ohne das an eine Serienproduktion gedacht wurde. So war es eine Sensation, als der GT käuflich wurde. Aber für den Motorsport wurde er überhaupt nicht entwickelt und so war die Verbindung „Opel GT und Motorsport“ eigentlich nicht denkbar.

In Deutschland gingen mehr als 100 Sportfahrer mit dem Opel GT an den Start, für Slalom, Bergrennen, Rallyes und Rundstrecke. Der letzte registrierte GT Sportfahrer war Walter Krämer aus Ravensburg. ER nahm schon 1971 mit seinem silbernen Rallye Kadett 1,9 bei den Serientourenwagen am Motorsport teil. Diesen Kadett baute der gelernte Automechaniker auf den Sprint-Motor mit 106 PS um. Seine Motorsportlizenz hatte die Nummer 2683. Später wechselte er von Opel zur Konkurrenz bis er 1979 den GT sah. Inzwischen hatte Walter Krämer die Meisterprüfung bestanden und eine Familie war jetzt auch da. Aber der Virus Motorsport war noch etwas vorhanden. So bekam der GT/J eine Vitaminkur. ER baute an der Vorderachse die innenbelüfteten Scheibenbremsen vom Manta ein, die Koni-Dämpfer an der Hinterachse wurden von schräg auf senkrecht umgebaut und der GT/J erhielt größere Schuhe. Das waren Goodyear Reifen auf Ronal-Felgen, vorne 7Jx13 und hinten 8Jx13. Um sportlich zu fahren war der Serienmotor mit 90 PS zu schwach, so baute er einen selbst bearbeiteten 2,0 Liter-Motor ein. Die Nockenwelle, die größeren Ventile und die Ventilfedern kaufte er bei Irmscher. Der Motor erhielt einen Ölkühler und das Benzin wanderte durch zwei Weber 45 DCOE in den Brennraum. Der Rollenprüfstand zeigte dann eine Motorleistung von ca. 140 PS an. Das gibt schon eine gute Beschleunigung. Der Innenraum wurde der sportlichen Technik angepasst. So wurden ein Überrollbügel und blaue Hosenträgergurte von Schroth eingebaut. Die GT Sitze wurden wegen der Gurte umgebaut und schwarz-rot bezogen. Die Serienlackierung in ziegelrot war jetzt keine Farbe mehr für Krämers Perle. So wurde der GT/J verständlicherweise in perlweiß lackiert und das Heck wurde effektvoll in monzablau abgesetzt. Nach dem aufwendigen Umbau bekam der Opel oft seine neue Heimat gezeigt, denn es wurden Ausfahrten gemacht. So erfuhr der GT Mohikaner im Sommer1983 vom 14. ADAC Bergrennen in Ottenhöfen im Schwarzwald, 10 km westlich von Achern. Krämer meldete sich zum Wettbewerb vom 27. – 28. August 1983 an und erreichte in der Gruppe „Hobbycars über 1,3 Liter“ den 4. Platz. Im September 1983 nahm er noch am Bergrennen in Neuffen, 10 km südlich von Nürtingen, teil. Der GT hatte hier die Startnummer 86 und es waren Slick-Reifen von Michelin montiert. Im 2. Durchgang gab es leider einen tödlichen Unfall und das Rennen wurde abgebrochen. Der sportliche GT/J war danach auch in Ravensburg ausgestellt. In der Oberschwabenhalle wurde eine kleine Motorsport-Ausstellung gezeigt. Der GT/J blieb noch bis April 1998 im Besitz von Walter Krämer, dann verkaufte er den Wagen mit der Fg. Nr. 793273XXX an Manuel Brombeis. Vielleicht ist dieser GT/J noch bei vielen Opel-Treffen zu sehen.


Text: Norbert Kelleter *3890


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Vor 100 Jahren:

Großer Motorsport auf der Opel-Rennbahn

Rüsselsheim. Vor rund 100 Jahren fanden die ersten Rennen auf dem Rundkurs südlich von Rüsselsheim statt – der damals brandneuen Opel-Rennbahn. Wann genau die allerersten Rennfahrer auf dem 1,5 Kilometer langen Oval an den Start gingen, lässt sich nur schwer
belegen. Zweifelsfrei dokumentiert ist jedoch das „1. Wiesbadener Automobil-Turnier“, das am 21. und 22. Mai 1921 stattfand. Und heute, exakt 100 Jahre später, erwacht die Opel-Rennbahn wieder zu neuem Leben – zumindest virtuell. In einer kürzlich auf YouTube geposteten Videosimulation lassen sich der Kurs und die Rennatmosphäre der damaligen Zeit auf atemberaubende Weise nachempfinden – anklicken lohnt sich!

2021 erwacht die Opel-Rennbahnvon 1921 zum virtuellen Leben
Zeitgenössischen Berichten zufolge fanden beim „1. Wiesbadener Automobil-Turnier“ 1921 zwölf Rennen für Automobile und Motorräder über Distanzen bis zu 90 Kilometer statt. Bei den meisten Läufen waren auch Opel-Fahrzeuge mit am Start – und dies meist sehr erfolgreich.
Ganz vorne dabei: Fritz von Opel, der Enkel von Firmengründer Adam Opel, sowie Werksfahrer Carl Jörns. Am Lenkrad des Opel 14 PS fuhr Jörns direkt zwei Siege ein, Fritz von Opel überquerte einmal vor allen anderen die Ziellinie – dabei erreichte er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 113 km/h. Das ursprünglich als Rekordversuch für Wagen und Motorräder geplante 13. Rennen musste schließlich abgesagt werden – da das Publikum am Streckenrand „zu unvorsichtig geworden war“.


Denn obwohl die Opel-Rennbahn Anfang der 1920er Jahre als schnellste Rennstrecke auf dem europäischen Kontinent galt, gab es keine weiteren Sicherheitsvorkehrungen. Die Fahrbahn war recht schmal, die überhöhten Kurven steil. Schutzplanken, Kiesbett oder weite Auslaufzonen – wie bei modernen Rennstrecken üblich – suchte man hier vergebens. Die Zuschauer standen ganz einfach am Rand der Rennbahn. Wie dies aussah und wie sich das angefühlt haben musste, können die Fans von heute nun in einem YouTube-Video erleben. Mithilfe der „Assett Corsa“- Rennsimulation und AI-Technologie lässt YouTuber „GPLaps“ ein virtuelles Rennen stattfinden. Ort des Geschehens ist die von Thomas Lächele in 3D-Optik modellierte Opel-Rennbahn der 1920er Jahre. Ein Ausflug in die Vergangenheit mit allen Sinnen: von der detailreichen Darstellung der Tribünen, Zuschauer und Streckenwerbung bis hin zum realistischen Sound der Motoren und den Markenlogos auf der Fahrbahn. Ein „Revival“, das die Community begeistert: Die User auf YouTube berichten von einem einzigartigen Erlebnis und einer der beeindruckendsten Rennstrecken der Sim Racing-Welt. Auch die „echte“ Opel-Rennbahn hat Bestmarken zu bieten. Bei ihrer Einweihung 1920 war sie die erste Rennstrecke auf dem Kontinent – lange bevor der Nürburgring, die Berliner AVUS oder der Hockenreimring ihren Betrieb aufnahmen. Das Rennoval mit zwölf Meter breiter Fahrbahn und 32-Grad-Steilkurven erlaubte Durchschnittsgeschwindigkeiten bis zu 140 km/h.


„Raketen-Fritz“ im RAK 1 auf der Opel-Rennbahn
Auf dem Rüsselsheimer Oval wurden Rennen für Fahrund Motorräder genauso wie für Autos abgehalten. Zu ihren Glanzzeiten zog die Opel-Rennbahn bis zu 50.000 Zuschauer bei den Wettkämpfen in ihren Bann.



Berühmte Rennfahrer wie Rudolf Caracciola gingen hier an den Start. Zugleich fungierte die Renn- auch als Teststrecke, da die notwendigen Entwicklungstests neuer Modelle auf öffentlichen Straßen nicht länger problemlos durchführbar waren. Ein Highlight waren die aufsehenerregenden Versuchsfahrten Fritz von Opels im raketengetriebenen RAK 1 im April 1928 – was ihm den auch heute noch bekannten Namen „Raketen-Fritz“ einbrachte.

Der Motorrennsport entwickelte sich ab den 1930er Jahren schnell und stetig weiter. Im Zuge der Eröffnung von Nürburgring, Berliner AVUS und Hockenheimring fanden immer weniger Veranstaltungen auf der Opel-Rennbahn statt. 1946 wurde die Strecke schließlich stillgelegt und fiel in einen Dornröschenschlaf.



Heute gilt die Opel-Rennbahn als „technisches Kulturdenkmal“. Der größte Teil des ursprünglichen Ovals ist zwar von Bäumen und Büschen überwuchert – doch insbesondere die Steilwandkurven sind immer noch gut sichtbar. Und wer mehr über die Geschichte der Opel-Rennbahn erfahren will, kann auch direkt vor Ort in die Vergangenheit eintauchen: 2013 wurde eine Besucherplattform samt Info-Tafeln am Rande der ursprünglichen Strecke errichtet.

Text und Bilder: Opel Automobile GmbH



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