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Opel feiert 150-jähriges Jubiläum

Vom Nähmaschinenhersteller zu einem der größten Autobauer Europas

Sonderausstellung in der Central-Garage Bad Homburg

Bericht und Fotos: Jürgen Nöll

   
Der Eingangsbereich der Central Garage Bad Homburg wird von Zweirädern beherrscht.
Nur wenig bekannt ist, dass OPEL über
3 Jahrzehnte Motorräder baute
 
  Mischte 1922 ganz vorne mit: 200 ccm Opel-Bahnrennmaschine mit Vierventiltechnik, Doppelzündung und Wasserkühlung. Gewicht fahrfertig nur 69kg !!!    Mit Nähmaschinen und Fahrrädern begann
die Erfolgsgeschichte von OPEL

 

Opel hat Geburtstag
150 Jahre wird das Unternehmen alt,
von dem sich Gründer Adam Opel 1862 sicherlich nicht hätte träumen lassen, dass es sich einmal zu einem der größten Autohersteller Europas entwickeln würde.

1862 beginnt er in der väterlichen Schlosser-
werkstatt mit dem Bau von Nähmaschinen. Das Geschäft nimmt einen schnellen, steilen Aufstieg. Bald folgen Fahrräder; 1886 verlässt das erste „Velociped“ die Fabrik. Die Räder aus Rüsselsheim sind populär: Mitte der 1920er Jahre ist Opel größter Zweiradproduzent der Welt; längst stellt das Unternehmen auch Motorräder her. Die Geschichte des Automobilbaus beginnt 1899 – Opel ist damit nach Daimler-Benz der zweitälteste Autohersteller Deutschlands.
Der „Patent Motorwagen System Lutzmann“ macht den Anfang. Im Herbst 1902 präsentiert Opel mit dem Modell 10/12 PS seine erste Eigenkonstruktion. Die Autos finden reißenden Absatz: Bis 1906 haben bereits über 1000 Fahrzeuge die Werkshallen verlassen. 1914 hat Opel alle Konkurrenten überflügelt und ist der größte Autoproduzent in Deutschland. Schon früh macht sich die Marke als Hersteller populärer und erschwinglicher Erfolgsmodelle einen Namen: „Doktorwagen“ (1909) und „Puppchen“ (1914) begründen den bis heute gültigen Opel-Anspruch, technisch hoch-
klassige und zuverlässige, aber auch bezahlbare Automobile für breite Käufer-
schichten anzubieten.

Die 1920er Jahre symbolisieren den bis heute anhaltenden Innovationsgeist der Marke; sie sind das Zeitalter der Laubfrösche und Raketen. Mit dem Kleinwagen 4/12 PS, wegen seiner grasgrünen Farbe im Volksmund bald liebevoll „Laubfrosch“ genannt, nimmt Opel 1924 als erster deutscher Hersteller die Fließbandproduktion auf. Außerdem macht das Unternehmen mit spektakulären Versuchen zum Raketenantrieb Furore, unter anderem 1928 auf der Berliner Avus: Fritz von Opel erreicht dort mit einem Raketenauto das

 
damals fast unvorstellbare Spitzentempo von 238 km/h. Ein Jahr später erhebt sich Opel sogar in die Lüfte: Mit dem Opel-Sander RAK1 startet vom Frankfurter Rebstockgelände der, wenn auch kurze, erste öffentliche bemannte Raketenflug der Welt.

1929 brechen für die Autoindustrie harte Zeiten an. Die Weltwirtschaftskrise macht Millionen arbeitslos, die Konjunktur der „roaring twenties“ bricht wie ein Kartenhaus zusammen. Opel hat jedoch vorgesorgt und mit dem amerikanischen Konzern General Motors (GM) einen starken Partner gefunden. Der Rüsselsheimer Hersteller kann seine Marktposition festigen und baut 1935 erstmals über 100.000 Fahrzeuge im Jahr, unter anderem den „Blitz“ in einem neuen Lkw-Werk in Brandenburg. Zeitgleich präsentieren die Rüsselsheimer eine technische Innovation: Der Olympia ist der erste deutsche Serienwagen mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie. Ein Jahr später legt das Unternehmen den Grundstein für eine
75-jährige Erfolgsstory in der Kompaktklasse: Vom ersten Kadett spannt sich eine fast lückenlose Ahnenreihe bis zur populären Astra-Familie der Gegenwart. Mit einer Jahres-
produktion von über 120.000 Autos ist Opel 1936 der größte Fahrzeughersteller Europas.

Nach der kriegsbedingten Unterbrechung der zivilen Produktion, nimmt Opel in den Jahren des Wiederaufbaus rasch wieder Fahrt auf. Modelle wie Olympia, Olympia Rekord, Rekord P1 und Kapitän begleiten die Deutschen durch das Wirtschaftswunder; den Lebensmittel-
einkauf hält derweil im Haushalt ein Kühlschrank Marke Opel „Frigidaire“ frisch. Zum 100-jährigen Bestehen 1962 eröffnet das Unternehmen in Bochum ein zweites Werk. Dort läuft der neue Kadett vom Band. In den 1960er Jahren entstehen zudem zahlreiche Modelle, die den sportlichen und emotionalen Ruf der Marke festigen, darunter legendäre „Kultautos“ wie Manta, Commodore und GT. Auch in der Oberklasse zeigt Opel Flagge: mit der prestigeträchtigen KAD-Reihe (Kapitän, Admiral, Diplomat), die später von Senator und Monza beerbt wird.
1971 läuft der zehnmillionste Opel vom Band.
 
Im selben Jahr erreicht Georg von Opel in einem Versuchs-GT mit Batterieantrieb einen Geschwindigkeitsrekord von 188 km/h. Das Thema Elektromobilität hat Opel somit schon auf der Agenda, lange bevor es Jahrzehnte später in aller Munde ist. Heute ist das Unternehmen auf diesem Gebiet erneut Vorreiter: Der 111 kW (150 PS) starke Ampera ist dank seiner revolutionären Range-Extender-Technologie das erste serienmäßige Elektroauto ohne batterie-bedingte Reichweitenbeschränkung.

1972 ist Opel Deutschlands erfolgreichster Autoproduzent. In Rüsselsheim entsteht ein neues Modellprogramm, das die Themen Sicherheit, Verbrauch und Umweltfreund-

lichkeit verstärkt in den Blick nimmt. Die fünfte Kadett-Generation, erstmals mit Frontantrieb, zählt 1979 mit einem cw-Wert von 0,39 zu den aerodynamischsten Kompaktwagen. Autos wie Omega A (cw 0,28) und Calibra (cw 0,26) setzen die Reihe später mit weiteren Rekordwerten fort. In den 1980er Jahren rückt das Thema Abgasreinigung in den Fokus. Opel gehört auch hier zu den Pionieren. Als erste deutsche Marke können die Rüsselsheimer eine komplette Katalysator-Flotte vorweisen und rüsten ab 1989 alle Modelle serienmäßig damit aus.
Mit Unterstützung des Unternehmens sowie zahlreicher Privatsammler widmet die Central Garage in Bad Homburg, die seit Jahren mit themenbezogenen Sonderausstellungen wie z.B. über Adler, DKW, Horex und Porsche von sich Reden macht, der 150-jährigen Opel-Historie eine ganzjährige Sonderausstellung.
Wir waren vor Ort und haben uns die exklusiven Exponate der Ausstellung schon einmal angesehen. Prädikat: Besonders wertvoll und unbedingt empfehlenswert. Nicht nur für Liebhaber der Rüsselsheimer zwei- und vierrädriger Klassiker.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 12:00-18:30 Uhr, Samstag, 12:00-16:30 Uhr. Eintritt frei. Informationen  www.central-garage.de
 
 
   
OPEL 4/8 PS Landaulet ist die offizielle Bezeichnung dieses „Doktorwagens“
von 1909
  Das typische Gesicht der Rüsselsheimer Modelle vor dem 1. Weltkrieg   Geländesportwagen Super 6 von 1937. Von
den 15 gebauten Einheiten hat nur dieses Fahrzeug die Wirren des 2. Weltkrieges über-
lebt. Der 2,5 Ltr. Sechszylinder leistet 55 PS

 

   
Dieses Admiral Werkscabriolet von 1938 gelangte über Berlin an die Ostfront und verblieb nach dem Krieg in Russland.
1989 kam es über Litauen zurück nach Deutschland und wurde vorbildlich restauriert
  Jugendförderung in den 50er Jahren. Seifenkisten-Rennen waren sehr beliebt   Helm, Trikot und Plaketten erinnern an die Zeit der Seifenkisten-Rennwagen

 

   
Der Rekord P1 avancierte um 1960 zu einem großen Verkaufserfolg. Er überzeugte seine Käufer nicht zuletzt durch Panoramascheiben nach amerikanischem Vorbild   Manta, Manta! Das sportliche Coupe der frühen Siebziger galt als robust und zuverlässig.    Durch den gleichnamigen Film mit Til Schweiger erreichte das Modell Kultstatus

 

   
Dieser, noch im Originalzustand befindliche Rekord B wurde 1965 gebaut. Sein 1,5 Ltr. Vierzylindermotor leistete 60 PS   250 PS, 2,5 Ltr. Hubraum, Vmax über 200 km/h sind Daten des Opel Ascona 400.    Walter Röhrl gewann 1982 mit solch einem Modell die Rallye-Weltmeisterschaft

 

   
Opel GT 1100 von 1969. Über 100.000 Exemplare der „Baby-Corvette“ wurden alleine in den USA verkauft   Und dann zeigt die Central Garage noch Highlights aus dem Straßenrennsport. Vorn Manuel Reuters DTM-Calibra Bj. 1993, dessen 2,5 Ltr. Sechszylinder ca. 420 PS mobilisiert. Dahinter der DTM Omega von 1990   Von der langen Tradition der Nutzfahrzeuge
legt dieser Blitz Kraftzug-Spritze 8 von 1939
Zeugnis ab. Er basiert auf dem Blitz
LKW 1,5 Tonnen

 

   
 Glückwunsch zu 150 Jahre OPEL   Im Februar trafen sich die Leihgeber in den Ausstellungsräumen der Central Garage   Central Garagen Besitzer Dressel, Vorsitzender Stefan Pippert und „Autodoktor“ Johannes Hübner (v. li. n. re.) begrüßten die Leihgeber. 
 
 

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