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Der Kadett C des Verfassers

 

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Ascona A

 

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Commodore A GS Coupé

 

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Zwei KAD B

 

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Total tiefergelegt. Erstaunlich, dass sich in der Rekord-C-Szene solche Umbauten halten, während wesentlich jüngere Manta B und selbst Kadett E GSi längst auf den Originalzustand gebracht werden

Altblech Motor-Weekend…18.- 20.07.2014

 

Gleich mal vorweg: Wer gemütliche Kaffeeausfährtchen mag oder darauf steht Rallyes mit mindestens 6 Gleichmäßigkeitsprüfungen innerhalb einer summarischen Maximalabweichung von insgesamt 733/1000 zu erledigen ist hier vollkommen falsch. Wer allerdings benzintechnisch einen ordentlichen 6 Zoll Nagel quer im Kopf, nicht mehr alle Radkappen an der Mühle hat und sich gern mal so richtig zum Affen macht, ist hier goldrichtig und sollte unbedingt weiterlesen. Das Altblech Motor Weekend ist ein im besten Sinne unkonventioneller Gegenentwurf zu all den Rallye-Veranstaltungen die es landauf landab gibt.

Bei den teilnehmenden Fahrzeugen werden die Begriffe „Patina“ und „Originalität“ in aller Regel eher weit ausgelegt wohingegen bei Fahrpersonal, Organisatoren und Publikum Tattoos und Piercings nicht mehr nach Stückzahl sondern in Pfund und Quadratmetern erfasst werden. Soviel zu den Grundvoraussetzungen. Überhaupt, unkonventionell: Über der ganzen Veranstaltung scheint der Begriff „Leben und leben lassen“ zu schweben. Was für ein Auto du hast oder was oder wer du bist, ist vollkommen wurscht. Hauptsache ein paar Tage Spaß beim Feiern und Fahren mit Gleichgesinnten. Freitags ist das eher gemütliche Warm-Up mit Ankommen und für die die übernachten wollen einrichten auf dem Camping-Platz. Samstags wird den ganzen Tag über gefahren und abends ist dann Party mit Live-Musik angesagt.

Fahren wird den ganzen Samstag groß geschrieben. Und die Prüfungen, im Altblech-Jargon „Challenges“ genannt haben mal so gar nix mit allem zu tun, was man sonst so kennt. Von der Route geht es in aller Regel über touristisch sehr interessante Straßen. Da ist dann aber auch alles dabei. Von der B 500 = Schwarzwaldhochstraße über die berühmt berüchtigten Griesbacher und Oppenauer Steigen, letztere mit 18 % Gefälle, bis hin zu Wirtschaftswegen 3. Ordnung, die auch nur deshalb für den öffentlichen Verkehr freigegeben sind, weil sie in den letzten 50 Jahren irgendwie behördlich vergessen worden sind.

Achsoja, die Challenges. Ein wichtiges Element, das immer wieder, sowohl beim Publikum als auch beim Fahrerfeld für Erheiterung sorgt. 20 sind es an der Zahl, hier soll mal nur eine zum Besten gegeben werden. Letzte Challenge vor der Zieleinfahrt. Das Roadbook spricht von einer GLP, die in 3 min zu fahren ist. Auf die Frage, wie lang denn die Strecke ist, meint Robin, der Streckenposten: „Das dürfen wir euch nicht sagen…“ Die Herausforderung war also eine Strecke von unbekannter Länge in exakt 3 min zu durchfahren. Im Gegenzug dafür wurde der Beifahrer von der Möglichkeit der Zeitmessung nahezu befreit, weil seine Aufgabe darin bestand, sich während der GLP die Fingernägel zu lackieren. Überflüssig zu erwähnen, dass die Straße aussah, als sei sie seit Bismarck durch jedes Straßenbauprogramm gefallen. Jeder lackierte Fingernagel gab nen Punkt, eine Abweichung von weniger als 1 Sekunde wird mit 5 Punkten belohnt, weniger als 2 Sekunden 3 Punkte, drüber war man raus… Strategiegespräch im Kadett: „Also wir fahren jetzt mal sinnig bis die Krallen lackiert sind. Anschließend wird Dampf aufgemacht und so wie das aussieht kommen wir über die Strecke der Startaufstellung wieder auf das Gelände. Da sind Nummern auf dem Boden, wie die Autos gestanden haben. Wenn wir nicht total aus der Zeit sind, können wir an dieser Stelle schon mal abschätzen, wie wir liegen und runterzählen… Ergebnis: 26/100 Abweichung = 5 Punkte, zehn lackierte Fingernägel und damit volle 15 Punkte. Auf Altblech 2015!

 

Ralf Heinzelmann *3229

 
   

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