MENU

[ Übersicht Rhein/Main ]


Alt-Opel Stammtisch Rhein-Main

Ausfahrt in das Obere Mittelrheintal vom 11. bis 13 Juli 2014

 

Wenn zehn Oldtimer Fahrzeuge aufeinandertreffen und dann schnaufend  Ausflüge in der freien Natur bewältigen, über Asphalt, aber auch über Stock und Stein, dann wecken Sie vielerorts bei den Passanten Sehnsüchte, rufen zumindest ein anerkennendes Lächeln hervor und freuen sich mit ihren Besitzern!

So war es auch dieses Mal während der alljährlich gemeinsamen Ausfahrt, dieses Mal  im Oberen Mittelrheintal. Treffpunkt für die Oldie-Liebhaber war der Gasthof Jagdschloss Platte im Taunus. Das ehemalige Jagdschloss Platte, errichtet vom nassauischen Herzog Wilhelm I., wurde leider im zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstört. Seit Ende der 1980er Jahre wird es von einer Stiftung wieder aufgebaut.  Im Gasthof  stärkten sich die Teilnehmer zunächst einmal mit durstlöschenden Getränken und nett angerichteten schmackhaften Speisen. Selbst unser oldieerprobter ständig begleitender Familienhund Rocky wurde nicht vergessen: Er durfte auch „Gänsewein“ aus einem ansprechenden Gefäß genießen!  Gut gelaunt enterten wir unsere Oldies und entführten sie zunächst auf den Parkplatz Zugmantel in der Nähe des Ortes Orlen, um einen rekonstruierten  Römertum –Steinturm- nebst einem Stück Limes mit Palisade zu besichtigen.

Gut eingestimmt fuhren wir dann zu dem am Ortsrand von Strüth gelegenen Kloster Schönau. Dieses Areal erlebte in der Vergangenheit unterschiedliche Nutzungen. Aus der späteren Propstei ging 1126 die Benediktinerabtei Schönau hervor. Es entstand eine dreischiffige Basilika. Während dieser Bauzeit wurde neben dem Mönchskloster ein Nonnenkonvent gegründet. Dort wirkte bis zu ihrem Tod die heilige Elisabeth von Schönau.  Von 1947 – 1974 besiedelten Prämonstratenser, Vertriebene des Stiftes Tepl in Böhmen das katholische Kloster Schönau. 1986 verließen die letzten Dernbacher Schwestern das Kloster. Heute wird die Anlage von der örtlichen katholischen Pfarrgemeinde Sankt Florin genutzt.  Auf der Fahrt  wurden wir Teilnehmer von unserem Opelfreund Jochen Schramm- der u.a. den Ablauf der Hinfahrt   bis zu unserer Unterkunft im  Landgasthaus  Blücher in Dörscheid plante – angenehm überrascht! Das harmlose Abbiegen auf einen Feldweg während der Fahrt entpuppte sich nach einer kurzen Strecke als urgemütlichen Rastplatz unter Bäumen mit Sitzgelegenheit. Dort verführte er uns mit leckerem Kaffee und Kuchen! Diese Annehmlichkeit kam zur rechten Zeit!

Wir fuhren weiter durch die Natur, bis wir den kleinen Ort Dörscheid, ca. 400 Einwohner, erreichten, in dem unsere Unterkunft für zwei Nächte war. Dies war das Landgasthaus Blücher der Familie Fetz, direkt am Rheinsteig gelegen mit einer sehr schönen Aussicht auf den Rhein, die nahegelegene Burg Schönburg gegenüber und das einzigartige Rheintal.  Die Gemeinde Dörscheid liegt in 340 Meter Höhe wie eine Halbinsel idyllisch über den Steilhängen des  Mittelrheintals, eingerahmt von Weinbergen und Wäldern . Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an.

Zur Einstimmung auf die Eindrücke, die wir in dieser Weingegend erleben werden, wurden wir gleich nach der Ankunft zu einer Weinprobe ins benachbarte Weingut Sonnenhang der Familie Fetz eingeladen. Dort wurden wir sehr ausführlich neben der Verkostung von dem sehr engagierten, mit Leib und Seele dem Wein verbundenen Winzer Fetz über seinen Weinanbau, die Weinreben und das damit ausgefüllte Familienleben informiert. Das lebendig vorgetragene Wissen war für uns eine gute Bereicherung. Nach einem kulinarisch gelungenen Abendessen- natürlich mit dem hauseigenen Wein -und einem ausgiebigen Frühstück brachen wir am nächsten Morgen auf zu unserer ganztägigen Oldtimerausfahrt ins Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal, geplant von unserem Oldtimerfreund Klaus Zöller.

 

Die Burg Pfalz-Grafenstein bei Kaub, mitten im Rhein gelegen, war unser erstes Ziel, das er für uns auserkoren hat. An diesem Tag fand auf der Pfalz gleichzeitig ein mittelalterlicher Markt statt. Wir gewannen dabei und auch durch den anschaulichen Vortrag unserer netten Führerin, die uns viele Details in der Pfalz zeigte,  einen lebendigen Eindruck über das dortige Leben in der Vergangenheit. Die Pfalz wurde als eine Zollburg errichtet. Sie hatte die Aufgabe, die Einnahme des Schiffszolls in der gegenüber gelegenen rechts-rheinischen Zahlstelle in Kaub zu überwachen. Wegen dieser Zweckbestimmung diente die Inselburg -anders als andere Burgen am Mittelrhein − nicht zu Wohnzwecken. Weiteres Highlight war das gemeinsame Mittagessen im Gutsausschank „Im Alten Dorf“ in Oberwesel-Dellhofen. Ein ebenfalls auf der Höhe gelegenes Weingut, das überrascht durch seine ansprechende Lage mit mehreren gemütlichen Außenterrassen und einem Innenraum, sehr geschmackvoll eingerichtet. Das Essen war für den Gaumen ebenfalls eine „Verwöhne“!

Gut gestärkt genossen wir dann nach einer Spazierfahrt am Rhein entlang die herrliche Aussicht von der imposanten Burg „Schönburg“ hoch oben über Oberwesel einschließlich deren gemütlichen Innenhof. Die Weiterfahrt führte uns  durch den alten Ortskern von Oberwesel nach Urbar zum Loreleyblick Maria-Ruh. An diesem einmaligen Aussichtspunkt spürt man tatsächlich körperlich eine angenehme Ruhe, die einen nicht verlassen will. Lebendiger wurde es dann nach einigen Kilometern der Weiterfahrt auf der Burg Rheinfels, auf der wir im Wintergarten guten Kaffee und leckeren Kuchen genossen. Dabei hatten wir eine stimmungsvolle Aussicht auf den Rhein mit seinem Leben und Treiben. Den Tag ließen wir dann ausklingen bei einem  schmackhaften Barbecue und gutem Wein in unserem Landgasthaus Blücher in Dörscheid.

Ehe wir uns versahen, war es schon wieder soweit, dass wir uns am nächsten Morgen wieder mit unseren Oldies zur Heimfahrt rüsteten. Auf dieser Fahrt wartete unser Oldtimerfreund Jochen Schramm mit weiteren Sehenswürdigkeiten auf, die uns die Rückfahrt verschönerten. Zunächst führte er uns nach Lorch-Ransel zum Landmuseum im Unesco Weltkulturerbe Mittelrhein, bei dem gerade ein gut besuchtes Museumsfest stattfand. Wir hatten die Gelegenheit, historische Bauerngeräte und landwirtschaftliche Maschinen, auch eine eingerichtete Kunstschmiede, eine Schuhmacherei, ein Backhaus, Traktoren, Schäferwagen etc. zu besichtigen. Weiter ging die Fahrt durch das schöne Wispertal nach Bad Schwalbach, wo wir last not least auch noch eine Oldtimer-Ausstellung des Oldtimer-Stammtisches  Bad Schwalbach, „die Oldtimer-Culinaria, Bad Schwalbach“, besuchten. Es befanden sich dort viele interessante Oldies, wie z.B. das dreisitzige Detroit Electric Car aus dem Jahre 1930 mit 7,4 kW, 80 Volt, einer Reichweite von 130 km und einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Der Kofferraum war voll mit Batterien! Dieses Fahrzeug stand neben einem modernen Elektroauto, einem  Tesla von 2014!

Anschließend starteten wir endgültig zur Heimfahrt in alle Richtungen.

Alles in allem haben wir auch bei dieser Oldie-Reise viele bleibende Eindrücke gewonnen bei einem vertiefenden persönlichen Kennenlernen und „fachlichen“ Oldie-Gesprächen!  Diese Tour verlor auch nichts von ihrem Charme dadurch, dass einer der Oldies einmal „schwächelte“: Der kaputte Zündverteilerfinger wurde sofort an Ort und Stelle ersetzt durch einen neuen, der sich  - natürlich! – im „Ersatzteillager“ eines weiteren teilnehmenden Oldtimers befand!

 

Fazit: Dieses Wochenende mit unseren Reiseführern Jochen Schramm und Klaus Zöller war eine Reise wert und wird uns weiter zu entsprechenden gemeinsamen Ausfahrten anspornen!  Vielleicht kommt auch der eine oder andere Oldtimerfreund auf den Geschmack!


Dagmar Welzel *149

 

ausfahrt_platte_265 ausfahrt_kaub2_265
ausfahrt_panne_07_14__041_265 ausfahrt_detroit_265
ausfahrt_rheinsteig_07_14__038_265 ausfahrt_rheinsteig_07_14__072_265
ausfahrt_rheinsteig_07_14__093_265 ausfahrt_rheinsteig_07_14__203_265
cwg_5367_265 cwg_5370_265
cwg_5407_265 cwg_5410_265
cwg_5429_265 cwg_5440_265
cwg_5445_265 img_4716_265
img_4773_265 img_4804_265
img_4822_265 img_4841_265

 

Datenschutzerklärung | Impressum | Disclaimer