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Romantik pur

 

Das mittelalterliche Städtchen Rothenburg ob der Tauber war Ende Juni  der diesjährige Treffpunkt für das  21. Alt-Opel-Treffen der Typengruppen 1,0 Ltr./ 1,2 Ltr., P4 sowie 1,3 Ltr. und 1,8 Ltr. Jürgen Klatte hat schon zum zweiten Male in sein malerisches Taubertal eingeladen und viele sind seinen Ruf in das romantische Städtchen gefolgt. Wir waren noch nicht dort gewesen und fuhren voller Vorfreude auf unsere Oldtimer-Freunde und ihre „Schätze“ ins Frankenland.

Dort angekommen trafen wir auf dem empfohlenen Parkplatz schon die ersten Opelaner mit ihren Wohnmobilen oder Anhängergespanne beim Abladen. So, nur schnell noch im Hotel einchecken und los zum Treffpunkt. Dieser war am anderen Ende der Altstadt und der erste Eindruck war unbeschreiblich. Die Stadtmauer mit vielen Toren und Türmen, die verwinkelten Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster und die zahllosen, malerischen Fachwerkhäuser, die mit viel Liebe zum Detail hergerichtet waren.

In der Deutschherrenscheune erwartete uns nicht nur Jürgen mit Kaffee und Kuchen .Wir trafen auf weitere Kostbarkeiten, womit wir nicht gerechnet hatten. Eine bunte Mischung aus Kübelwagen, Mercedes, BMW Barockengel und Opel Super 6 neben den bekannten Vorkriegsfahrzeugen sorgte bei den Männern direkt für Fachsimpelleien. Vor dem Abendessen im Hotel Schranne nutzten wir die Zeit  für einen Rundgang auf der begehbaren Stadtmauer und genossen einen etwas anderen Blickwinkel über die Dächer der Stadt und ins Tal.

Die erst große Ausfahrt startete am Freitag. Sammelpunkt war ein Parkplatz außerhalb des Ortskernes und wir zählten stolze 26 Fahrzeuge. Manche Insassen hatten ihre Kleidung stielecht zum Auto gewählt. Klasse! Die Männer scharten sich um die ersten offenen Motorhauben mit Anregungen und Verbesserungsvorschlägen, aber dann: „Aufsitzen!“

Es ging über die „romantische Straße“ zur Herrgottskirche nach Creglingen. Dort bestaunten wir den Marienaltar, ein Schnitzwerk von Tilmann Riemenschneider aus dem 16. Jahrhundert. Damit verbunden ist das „Lichtwunder“. Am 15. August  (Mariä Himmelfahrt) sieht man, wie die Strahlen der Abendsonne die zum Himmel auffahrende Mariengestalt in ein magisches Licht tauchen.

Das nächste Etappenziel war das Schloss Weikersheim, wo wir sogar im Schlosshof parken durften. In der Renaissance von den Grafen Hohenlohe neu errichtet, dennoch außergewöhnlich mit seinem dreieckigen Grundriss. Im 18. Jh wurde es  im barocken Stil umgebaut  und  der weitläufige Garten angelegt .Selbst heute richten sich die Gärtner nach den alten Pflanzplänen. Mit der Rückfahrt hatten wir stattliche 70 km zurückgelegt, die am kommenden Tag noch getoppt werden sollten. Doch vorher bescherte die Teiletauschbörse auf Parkplatz 3 den Männern pures „Ausverkaufs-Feeling“. Sie inspizierten andächtig jede Kiste Ersatzteile, die angeboten wurde und diejenigen, die immer sagen: „Ich brauche nix!“ hatten die vollsten Tüten.

Der späte Nachmittag stand jedem zur freien Verfügung und wir nutzten die Zeit  für einen Besuch im Kriminalmuseum. Erstaunlich, welche Phantasie unsere Vorfahren  bei den Folterinstrumenten an den Tag legten. Rechtsbücher, Siegel und Bilddokumente ergänzten die Ausstellung. Nach dem Abendessen im Hotel Burggartenpalais hatten wir die Möglichkeit uns in die Vergangenheit zurückversetzen zu lassen. Der abendliche Rundgang mit dem Nachtwächter war Geschichtsunterricht in seiner angenehmsten Form. Er erzählte von Kaisern und Königen, Dichtern und Malern  die im Laufe der Jahre Rothenburg besuchten  und vom mittelalterlichen Leben. Unvorstellbar, dass die Stadt 1945 zu 40 Prozent zerstört war.

Samstagmorgen bezogen die Oldies ihre erste Aufstellung auf dem Marktplatz vor dem Rathaus  in wunderschöner Kulisse, sehr zur Freude der asiatischen Touristen. Gegen 11 Uhr startete die ganztägige Ausfahrt durch das Hohenloher Land. Ziel war der historische Güterbahnhof in Ellrichshausen. Auf dem großzügigen Gelände hatten alle Fahrzeuge Platz und der Hausherr Rudolf Wagner erzählte uns bei „Weißwurst und Brezn“ von seiner Leidenschaft, die mit einem Opel Rekord P1 begann. Anschließend konnten wir in 3 Hallen seine bunt gemischten Schätze aller Fabrikate bewundern. Dazu kamen noch ungezählte Motorroller und Mopeds. Unglaublich, dass der Oldtimer-Virus so zuschlagen kann!

Durch das Gronachtal kamen wir zur Hammerschmiede Gröningen , idyllisch mitten im Wald gelegen. 1804 erbaut und nach der Restaurierung 1982 als technisches Kulturdenkmal für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein Regenschauer konnte bei selbstgebackenem Kuchen gut überbrückt werden. Dementsprechend waren alle für die Rückfahrt durch das Jagsttal gestärkt und heute hatten wir dann insgesamt beachtliche 90 km zurückgelegt.

Der Abschluss fand im Restaurant Meistertrunk bei einem Candlelightdinner statt. Dort dankte unser Typenreferent Hans Silbernagel dem Organisator Jürgen Klatte und seiner Frau Gabriele für ihre Mühen.

Und Überraschung…Das nächste Treffen richtet Hans selber aus! Dieses Jahr war es eher romantisch, was für die Frauen. Im kommenden Jahr sind wir Männer dran. Es geht nämlich nach München!

 

Andreas und Ulrike Robert *3031

 

 

 

 

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Haube auf, und schon sind die Zuschauer da! Links im Bild Andreas Robert

 

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Das Ehepaar Kliem aus Ennepetal

 

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Fachwerk – die Karosseriebauart der 1,2 Liter und die Architektur von Rothenburg ob der Tauber haben einiges gemeinsam

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Typreferent Hans Silbernagel in Aktion

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Im Museum. Ganz rechts ragt ein Rekord P1 ins Bild

   

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